Spiritueller Leistungssport / Haut niveau spirituel

Spiritueller Leistungssport / Haut niveau spirituel
Villeneuve-lès-Avignon (1994)

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Es heißt, der Kartäuserorden sei der härteste der Welt. Täglich betet der Kartäuser acht Stunden lang, davon ein Drittel mitten in der Nacht zwischen den Schlafperioden. Um diesen spirituellen Leistungssport zu ermöglichen, haben die Kartäuser eine eigene Lebensweise entwickelt: Sie leben in Klöstern gemeinsam und zugleich isoliert. Gemeinsam, weil sie das Dach mit den anderen Mönchen teilen, mit denen sie beten. Isoliert, weil sie ihre Einzelzellen nur zum Beten verlassen und nur einmal pro Woche für kurze Zeit mit anderen Mönchen sprechen dürfen. Diese Lebensweise nennt man „ereminobitisch“ (zusammengesetzt aus „eremitisch“ für abgeschieden lebend und „zoenobitisch“ für zusammenlebend. Es gibt allerdings auch Fachleute, die diese Lebensweise eher für zoenomitisch halten.) Wie dem auch sei — eines Tages waren die Mönche von Villeneuve-lès-Avignon gezwungen, ihre Lebensweise weiterzuentwickeln. Oberhalb ihres Klosters liegt das Fort Saint-André, dessen Kommandant ein sagenhaft unspiritueller Mensch war, der jeglichem Fundamentalismus einen Riegel vorschieben wollte. Täglich wuchs sein Widerwille gegen die Dauerbeterei im Kloster und wurde schließlich zu blankem Hass, bis er eines Tages den Befehl gab, das Kloster einzuebnen. Bevor seiner Raserei Einhalt geboten werden konnte, war die Klosterkirche schon so stark beschädigt, dass eine der Apsiden einstürzte. Die Mönche waren nun gezwungen, nicht nur ereminobitisch (bzw. zoenomitisch) zu leben, sondern auch sineapsidistisch, denn es gelang ihnen nicht, innerhalb der wöchentlichen Freistunden, in denen sie miteinander reden durften, tragfähige Pläne für den Wiederaufbau zu entwickeln. Auch für solche Situationen gibt es natürlich einen Fachbegriff: Nullplanistisch.

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On dit que l’ordre des Chartreux est le plus sévère au monde. Un chartreux prie quotidiennement huit heures dont un tiers au milieu de la nuit entre les périodes de sommeil. Pour ce sport de haut de niveau spirituel, les Chartreux ont mis au point un mode de vie particulier : ils vivent dans les monastères ensemble et en même temps isolés. Ensemble, parce qu’ils vivent sous le même toit avec les autres moines avec qui ils prient. Isolés, car ils quittent leurs cellules uniquement pour prier et une seule fois par semaine pour parler pendant une courte période avec les autres moines. Ce mode de  vie s’appelle « éréminobitique »  (composé de « érémitique » pour la vie isolée et « zoénobitique » pour la vie en commun. Cependant il y a également des spécialistes qui désignent ce mode de vie par zoénomitique.) Quoi qu’il en soit – un jour les moines de Villeneuve-lès-Avignon ont été contraints de faire évoluer leur mode de vie. Au-dessus de leur monastère se trouve le Fort Saint-André dont le commandant était un homme  fabuleusement non spirituel, qui voulait empêcher tout intégrisme. Chaque jour son aversion de la prière continue dans le monastère augmenta et elle finit par devenir de la haine pure, jusqu’à ce qu’il donne un jour l’ordre de détruire le monastère. Avant de pouvoir arrêter sa frénésie, l’église abbatiale avait été déjà si gravement endommagée qu’une apside s’est effondrée. Les moines étaient donc forcés de vivre non seulement éréminobitique (ou zoénomitique), mais aussi sinéapsiditique, parce qu’ils n’ont pas réussi au cours des heures hebdomadaires, où ils étaient autorisés à parler entre eux, d’élaborer des plans viables pour la reconstruction. Pour de telles situations, il y a bien sûr un terme savant : nulplanitique.

(Villeneuve-lès-Avignon, Département Gard, été 1994. Numérisation a partir d’un diapositif.)

 

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