Kannst du mich bitte umdrehen? / S’il te plaît, tu peux me tourner?

Kannst du mich bitte umdrehen? / S’il te plaît, tu peux me tourner?
Entraygues-sur-Truyère (2005)

133.

Es war einmal ein Stopschild, das immer nur in eine einzige Richtung gucken konnte. Das war auf Dauer ganz schön langweilig. Es fragte jeden, der vorbeikam, was sich in der Richtung befand, die ihm verwehrt war. Daher wusste das  Stopschild, dass dort ein wunderschönes Flußtal lag. Da kam eines Tages ein Radfahrer vorbei, der  mühsam aus dem Tal auf die Höhe gestrampelt war, wo das Stopschild stand. „Kannst du mich bitte umdrehen?“, fragte das Stopschild. „Du willst ja nur das Tal da unten sehen“, gab der Radfahrer zurück und fuhr einfach weiter. Einige Tage später kam ein zweiter Radfahrer vorbei, der vom Anstieg sehr schwitzte. Auch ihn bat das Stopschild, doch der Radfahrer schnaufte: „In der Richtung, in die du guckst, ist die Aussicht viel schöner!“ und radelte weiter. Da war das Stopschild sehr traurig. Einige Tage später kam ein weiterer Radler, der von Schweiß nur so überströmt war, und wieder äußerte das Stopschild seine Bitte. Der Radfahrer stieg mit den Worten ab: „Ich brauche sowieso gerade eine Pause.“ Dann zog er das Stopschild aus seiner Verankerung und stellte es von den Füßen auf den Kopf. „So habe ich das mit dem Umdrehen nicht gemeint“, beschwerte sich das Stopschild. „Die Welt ist böse“, gab der Radfahrer zurück und fuhr davon. Das Stopschild aber blickte weiter in die Richtung, in die es immer geblickt hatte, mit dem Unterschied, dass nun alles auf dem Kopf stand und außerdem ein paar Grashalme im Vordergrund zu sehen waren. Das war immerhin mal eine Abwechslung. Trotzdem war das Stopschild unzufrieden. „Ich muss dringend an meiner Kommunikation arbeiten“, brummte es selbstkritisch. Und wenn es inzwischen nicht wieder auf die Füße gestellt worden ist, brummt es dort noch heute.

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Skylla – Virenkrieg II.

Im Jahr 2024. Die Welt steht am Scheideweg.
Die USA haben Al-Qaida und den „Islamischen Staat“
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ein Präsidentschaftskandidat
seine Stimme für den Frieden.
2024 ist Wahljahr.
Doch die Feinde des Friedens
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Das Virenkrieg-Epos geht weiter.

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Il était une fois un panneau de stop, qui pouvait regarder seulement dans une seule direction. C’était assez ennuyeux à la longue. Il demandait  à tous les passants  ce qu’il y avait dans la direction opposée. Pour cette raison Panneau de stop savait donc qu’une merveilleuse vallée s’y trouvait. Un beau jour un cycliste arriva après une laborieuse ascension depuis la vallée jusqu’à l’endroit où était Panneau de stop. „S’il te plaît, tu peux me tourner? “ demanda Panneau de stop. “ Tu veux juste voir la vallée en bas. “ répondit le cycliste en poursuivant sa route. Quelques jours plus tard vint un deuxième cycliste transpirant abondamment à cause de l’ascension. Panneau de stop lui demanda également, mais le cycliste haleta: „Dans la direction où tu regardes, la vue est beaucoup plus agréable!“ et il reprit la route. Là, Panneau de stop fut très triste. Quelques jours plus tard vint un troisième cycliste carrément inondé de transpiration, et Panneau de stop réitéra sa demande. Le cycliste descendit du vélo avec ces mots: “ De toute façon j’ai besoin d’une pause. “ Puis il sortit le panneau de stop de son ancrage et le mit tête en bas pieds en haut. „Ce n’est pas ça que je voulais dire avec tourner.“, se plaignit Panneau de stop. “ Le monde est méchant. „, rétorqua le cycliste en partant. Or Panneau de stop continua à regarder dans la direction où il avait toujours regardé avec la différence que maintenant tout était sur la tête et que quelques brins d’herbe étaient dans son champ de vision au premier plan. C’était tout de même un changement. Panneau de stop était pourtant toujours insatisfait. « Je dois travailler en urgence sur ma communication, » bougonna-t-il après une autocritique. Et s’il n’a pas été remis sur les pieds, il bougonnera jusqu’à la fin des temps.

(Entraygues-sur-Truyère, Département Aveyron, Sommer / été 2005.  Digitalfoto / Photo numérique.)

 

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