Glaubwürdigkeit, Realismus und Fiktion

cover-ebookSoeben ist mein neuer Roman erschienen: In Die JFK-Akten geht es um die geheimen Unterlagen zum Attentat auf John F. Kennedy, die 1964 für 75 Jahre unter Verschluss genommen wurden. Ich habe diesen Kurzroman geschrieben, um mich einer Romanfigur anzunähern, die ich für meinen nächsten großen Roman brauche: für Incubus — Virenkrieg III, der im kommenden Jahr erscheinen soll. Es geht unter anderem um die US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2024. Darum habe ich die Wahl von 2016 genau verfolgt.

Mehr über Die JFK-Akten: –> HIER.


Glaubwürdigkeit, Realismus und Fiktion

Wer meine Romane kennt, der und die weiß, dass ich das Ziel verfolge, immer möglichst dicht an der Realität zu bleiben. Ich möchte den Effekt erzielen, dass meine LeserInnen meine Stories für jederzeit möglich halten: Sie sind auch in ihren abenteuerlichen Abschnitten realistisch und plausibel, so dass man sie nicht nur als Geschichte glaubt, sondern sie realistisch findet. Das gilt auch für die technischen Details, etwa für die Biowaffe „Skylla & Charybdis“, die in meinem Virenkrieg-Zyklus eine wichtige Rolle spielt. Die Idee für S&C ist abenteuerlich, trotzdem wird die Waffe plausibel erklärt und damit glaubhaft. Auch in meinen Ägypten-Romanen Der Osiris-Punkt und Der hölzerne Pharao bewege ich mich auf dem Boden dessen, was wissenschaftlich und politisch denkbar ist.

Dennoch möge niemand meine Stories für Prognosen halten! Wer das glaubt, wird schon früh von meinen prophetischen Fähigkeiten enttäuscht. So ist in meinen Romanen Virenkrieg, Skylla – Virenkrieg II und auch noch in Incubus – Virenkrieg III in den USA eine Frau an der Macht. Sie heißt Lindsay Preston, ist eine Republikanerin und wird im Handlungszeitraum meines Kurzromans Die JFK-Akten gewählt (sie wird im Kurzroman allerdings nicht erwähnt). Jede/-r weiß aber, dass vor kurzem, im Jahr 2016, keine Frau zur Präsidentin gewählt wurde, auch keine Republikanerin. Stattdessen wurde, was ich lange für unmöglich gehalten habe, Donald Trump gewählt. So kann man sich irren? Nein, denn meine Romane sind Fiktionen.

Wer in Washington an den Hebeln der Macht sitzt, spielt ohnehin keine große Rolle. Das habe ich zumindest geglaubt. Ich hatte gute Gründe dafür, zumindest was die Außen- und Militärpolitik der USA betrifft, die sich von Präsident zu Präsident während der vergangenen Jahrzehnte nur in Nuancen unterschied — bis auf die große Lüge, die zum völkerrechtswidrigen Irak-Krieg führte. Doch nun haben wir bald einen US-Präsidenten, der offenbar eine andere Politik zu fahren beabsichtigt. Wie diese Politik genau aussehen wird, das müssen wir noch abwarten, aber die Abkehr vom Freihandel, Trumps Provokationen an die Adresse Chinas und seine Aussagen über die Rolle der USA in der Nato lassen bereits in Konturen deutliche Unterschiede zur früheren Ausrichtung der US-Außenpolitik erkennen. Möglicherweise wird Trump uns ein Mehr an Konflikten bescheren.

Die „Without“-Bewegung wird zum Machtfaktor

trump-obamaIn meinem Virenkrieg-Zyklus gibt es keinen Donald Trump. In den USA regiert das Establishment. Die Wut, die in der Realität Donald Trump an die Macht gebracht hat, existiert gleichwohl auch im Virenkrieg-Zyklus. Hier ist es der Prediger Robert Paxton, der die Unzufriedenen mit seiner „Without“-Bewegung einsammelt und zum Machtfaktor wird. Auch diese Entwicklung, um die es in Incubus – Virenkrieg III und den beiden folgenden Romanen geht, wird Dir realistisch vorkommen, weil sie möglich gewesen wäre. Sie ist dennoch nicht Realität.

President-elect Donald Trump beim
scheidenden
Präsidenten Barack Obama
am 10. November 2016.

Foto: Jesusemen Oni/Voice of America

Ich habe den soeben gelaufenen US-Wahlkampf  gründlich verfolgt, denn auch im Jahr 2024 wird es wieder eine Wahl in den USA geben. Ihre Geschichte wird in einem der drei Handlungsstränge von Incubus – Virenkrieg III erzählt. Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joey Calderon, tritt mit einer radikalen Botschaft an: Die Sicherheit der USA lässt sich nicht gewährleisten. Auch nicht mit weiter steigenden Militärausgaben und mit weiteren Milliarden für Geheimdienste und Sicherheitsapparat. Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Ein Mehr an Sicherheit werden die USA nur gewinnen, wenn sie Frieden fördern, statt Krieg zu verbreiten.

Bruch mit dem Establishment

Für Calderon folgt dies zwingend aus den vorangegangenen Ereignissen, etwa aus den Tribunalen, welche die Entführer der Queen Mary 2 an Bord abgehalten haben. Calderon meint es ernst. Sein Politikansatz bedeutet einen tiefen Bruch mit der bisherigen US-Politik — und einen Bruch mit dem Establishment, zu dem er als Gouverneur von Ohio gleichwohl gehört. Der Gegenkandidat von den Republikanern hingegen fährt eine klassische „Weiter so!“-Strategie.

Es ist utopisch zu glauben, dass jemals ein Kandidat mit einer solchen Friedensbotschaft zum US-Präsidenten gewählt wird. Aber was, wenn es doch passiert? Wäre das nicht wundervoll? Vor allem, wenn er es auch noch ernst meinte. Ich will natürlich nichts über den Ausgang der Wahl in Incubus – Virenkrieg III verraten. Sollte Calderon gewinnen, würde dies eine Bewährungsprobe für meinen Erzählstil bedeuten, weil ein solcher Sieg unrealistisch wäre. Die Glaubhaftigkeit meiner Stories wäre einer harten Probe ausgesetzt. Die Frage wäre auch: Würde das Establishment einen solchen Sieg überhaupt zulassen?

Nun, im Fall Donald Trumps hat es jedenfalls wenig ausrichten können, das Establishment.Ecklogo neu kleinNeu von Lutz Büge:

cover-ebookDie JFK-Akten

Virenkrieg Sidelines Nr. 1
Kurzroman (Buch und E-Book)

„Ich möchte Sie porträtieren als den Mann, der schon heute weiß, was die USA erst im Lauf des nächsten Jahres erfahren werden, und ich möchte versuchen, in Erfahrung zu bringen, ob uns eine Luftnummer erwartet oder ob Sie so etwas wie das menschgewordene schlechte Gewissen Amerikas sind.“
Kenneth starrte die Journalistin an. Woher wusste sie das mit dem Gewissen?
Das sind meine eigenen Gedanken!
„Sie kennen den Inhalt der JFK-Akten?“, fragte sie.

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Das Attentat auf John F. Kennedy
gilt offiziell als aufgeklärt.
Doch wenn alles ganz anders war?

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Kenneth Fitzgerald ist Archivar des US-Nationalarchivs. Ihm obliegt die Betreuung der JFK-Akten, deren Sperrfrist am 31.12.2016 endet. US-Präsident Obama ist der einzige, der die Veröffentlichung der Akten noch verhindern kann. Kenneth setzt sich bei ihm dafür ein, dass die Akten geschlossen bleiben, doch er bekommt eine Abfuhr. Von der Journalistin Diane Arnsworth erfährt Kenneth, dass auch Lobbyisten der Rüstungsindustrie die Verlängerung der Sperrfrist erwirken wollten. Gewisse Kreise scheinen daran interessiert zu sein, dass die Akten nicht veröffentlicht werden. Sie könnten sogar in Gefahr sein — und mit ihnen Kenneth, der als einziger lebender Mensch ihren Inhalt kennt …

Polit-Thriller vor historischem Hintergrund. Markenzeichen des Autors: saubere Recherche, realistische Zeichnung von Figuren — und ein Schuss Humor. Die Protagonisten von Die JFK-Akten kehren wieder im Virenkrieg-Zyklus desselben Autors. Die JFK-Akten erscheint in der neuen Serie Virenkrieg Sidelines, die Nebenhandlungen des Virenkrieg-Zyklus aufgreift und vertieft.

E-Book. Ybersinn-Verlag Offenbach. ISBN: 9783981738841. Ca. 90 Seiten. 1,49 Euro. In allen gängigen E-Book-Shops,  z.B. bei unserem Direktverteiler Feiyr.com –> HIER.

Buch: Paperback. Ybersinn-Verlag Offenbach. ISBN 9783981738858. 136 Seiten. 7,90 Euro. Im Buchhandel oder per Direktbestellung –> HIER.

Mehr Info zur Serie Virenkrieg Sidelines –> HIER.
Mehr zum Virenkrieg-Zyklus –> HIER.

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Von Lutz Büge stammen folgende E-Books und Bücher:

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Eine Antwort auf Glaubwürdigkeit, Realismus und Fiktion

  1. Thomas Striebig sagt:

    Hallo, Lutz!

    Zuerst wünsche ich Dir ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2017 voller Energie und Schaffenskraft – also eine Erhaltung des Status quo sozusagen!

    Habe mit großem Genuss Deine JFK-Akten gelesen. Wirklich mit großem Genuss, denn mir sind zwei, nein, eher drei Dinge sehr positiv aufgefallen.

    Erstens – aber das ist weder neu noch überraschend – der souveräne Umgang mit der Sprache.

    Zweitens – und hier wird es vielleicht interessanter -: Mit einigen wenigen Strichen wird ein sehr plastisches Bild von Kenneth gezeichnet, dem nicht mehr ganz jungen Mann, der so viel Wert auf Haltung, Selbstbeherrschung und Selbstkontrolle legt und im Grunde weiß, dass er diesen Maßstäben selbst gar nicht genügt, genügen kann.

    Drittens schließlich: Du baust mit ganz sparsamen, ich möchte sagen, minimalistischen Mitteln mehr Spannung auf als die meisten Deiner Kollegen mit einem Riesenaufwand an Handlung und Action.

    Zu alledem will ich Dir ein Riesenkompliment aussprechen.

    Nun habe ich – technisch unbegabt, wie ich bin – keine Möglichkeit gesehen, auf der Ybersinn-Seite meinen Kommentar zu posten. Du darfst das aber gerne für mich tun.

    Viele Grüße
    Thomas Striebig