Die CIA tut, was sie nicht lassen will

Virenkrieg

Roman-Zyklus von Lutz Büge

Evan – Virenkrieg IV (Ebook)

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Biowaffen, Geheimorganisationen und einsame Entscheidungen – die Menschheit am Rand ihrer Auslöschung.

„Willkommen in einer Welt, in der es keine saubere Trennung mehr gibt zwischen Gut und Böse, richtig und falsch.“
Frankfurter Rundschau vom 13.8.2015

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Die CIA tut, was sie nicht lassen will

Viele reden mit Hochachtung von ihr, mit Respekt, Neid und sicher auch Angst: Die Central Intelligence Agency (CIA) hat eine machtvolle Reputation. Sie ist der wichtigste US-amerikanische Auslandsgeheimdienst und klärt nicht nur auf, d.h. beschafft nicht nur Informationen, sondern ist darüber hinaus berüchtigt für ihre verdeckten Operationen. Sie hat dafür sogar eine eigene Abteilung, den National Clandestine Service, der auch in meinen Virenkrieg-Romanen eine Rolle spielt: Der (fiktive) stellvertretende Direktor Dean Tobeck fädelt mit Hilfe seines Agentenapparats ein Attentat auf den (fiktiven)  jordanischen König Abdallah ein, also auf das Staatsoberhaupt einer mit den USA verbündeten Nation. Ziel der Operation, von deren Planung die US-Regierung nichts weiß: Chaos und Krieg. Glücklicherweise misslingt der Anschlag.

Virenkrieg-Autor Lutz Büge
schreibt auf Ybersinn.de über
die Hintergründe seines Romanzyklus.

So ist die CIA in ihrer Geschichte tatsächlich oft verfahren. Schon ihre Vorgeschichte ist voll von Männern, die sich als verwegene Haudegen gesehen haben mögen und die mit ihren eigensinnigen, oft waghalsigen Aktionen – wie beispielsweise Fallschirmabsprüngen hinter feindlichen Linien – viel Schaden angerichtet haben. Niemand weiß genau, wie viele Menschenleben diese Strategie gefordert hat, aber es dürften Tausende gewesen sein. Beispiel: Im Koreakrieg etwa ließ die CIA große Trupps hinter der Front abspringen, also auf nordkoreanischem Gebiet, einfach in der Hoffnung, dass sie dort den Gegner entscheidend schwächen könnten. Es handelte sich meistens um Himmelfahrtskommandos. Aktionen zur Unterstützung waren hier und da zwar vorgesehen, fanden aber kaum statt. Legendär ist in dieser Hinsicht das Schweinebuchtdesaster. Die CIA hatte Luftunterstützung für die Invasionstruppen eingeplant, doch Präsident John F. Kennedy ließ die Flugzeuge am Boden.

In meinen Virenkrieg-Romanen verfährt die CIA noch im Jahr 2024 so, als zu Beginn von Incubus – Virenkrieg III 20 als Partisanen ausgebildete Kämpfer in einem Tarnhubschrauber nach Libyen geschickt werden (siehe diese Leseprobe aus dem Roman).  Ziel der Aktion: das mysteriöse Al-Isrā aufspüren, den geheimen Stützpunkt der Islamischen Allianz, dessen Position unbekannt ist. Es handelt sich um ein Himmelfahrtskommando. Die Kämpfer werden nicht zurückkehren, aber man wird noch von ihnen hören. Sie verschwinden nicht einfach wie all die anderen, die in solchen CIA-Kommandoaktionen sinnlos geopfert wurden.

Zurück zur Realität. Denn leider ist diese Strategie Realität – zumindest gewesene Realität. Das hat der Journalist Tim Weiner, der für die New York Times schreibt, in seinem epochalen Buch „CIA – Die ganze Geschichte“ sehr gründlich erzählt. Solche verdeckten Operationen gehörten von Anfang an zur DNA der CIA, oft genug auch auf eigene Faust, nicht mit der Regierung und ihrer Außenpolitik abgestimmt. Die CIA tat von Anfang alles, was sie nicht lassen wollte, und versuchte stets, sich der Kontrolle durch Regierung oder Parlament zu entziehen. Die US-Präsidenten hatten ihre liebe Mühe mit diesem eigensinnigen Geheimdienst. Das mag einer der Gründe dafür sein, dass die USA 16 weitere Geheimdienste haben, die größtenteils wesentlich leiser und unauffälliger arbeiten.

Es ist beispielsweise bekannt, dass US-Präsident George W. Bush und sein Verteidigungsminister Donald Rumsfeld der CIA nicht trauten. Das Pentagon brauchte daher einen eigenen Geheimdienst, und man versuchte, die CIA an die Kandare zu legen. Mag sich jemand vorstellen, was die CIA hätte anrichten können, wenn sie im syrischen Bürgerkrieg ähnlich hätte verfahren dürfen wie im Koreakrieg? Allerdings kann das Ergebnis ihrer abgewandelten Strategie, nämlich unter anderem Islamisten militärisch auszurüsten, ebenfalls nicht überzeugen. Das hat schon 1986 nicht richtig geklappt, als die CIA begann, im Rahmen der „Operation Cyclone“ die afghanischen Mudschaheddin auszurüsten, um sie gegen die Sowjets zu stärken, die Afghanistan besetzt hatten. Richtig ist: Diese Unterstützung trug sicherlich dazu bei, dass die Sowjets geschlagen abziehen mussten, und hatte Anteil am Ende der Sowjetunion. Richtig ist aber auch, dass sich aus den Mudschaheddin die späteren Taliban rekrutierten, die Afghanistan übernahmen. Man kann mit Fug und Recht sagen: Die CIA hat geholfen, die Islamisten groß zu machen.

Die Geschichte der CIA ist wegen dieser verdeckten Operationen eine Geschichte der Fehlschläge. Darüber werde ich noch weiteres schreiben – über die Black Sites der CIA, über Blowbacks und über eine schillernde Figur am Beginn der CIA, einen ihrer ersten Direktoren: Allen Welsh Dulles, der auch in meinen Virenkrieg-Romanen eine Rolle spielt. Demnächst auf dieser Webseite.

Tim Weiner, „CIA – Die ganze Geschichte“. Fischer Taschenbuch Verlag Frankfurt.
864 Seiten inkl. Anmerkungen und Register. 12,95 Euro.

Nächste Woche: Die Mythen unserer Zeit

Das Virenkrieg-Finale – Eine Übersicht

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