Die heimliche Hauptfigur

Virenkrieg

Roman-Zyklus von Lutz Büge

Incubus – Virenkrieg III

Biowaffen, Geheimorganisationen
und einsame Entscheidungen –
die Menschheit am Rand ihrer Auslöschung.

„Willkommen in einer Welt, in der es keine saubere Trennung
mehr gibt zwischen Gut und Böse, richtig und falsch.“

Frankfurter Rundschau

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Die heimliche Hauptfigur

Am Anfang von Virenkrieg – Erstes Buch ist Michael Schwartz total niedergeschlagen. Soeben hat er erfahren, dass die Leiche seines Vaters gefunden worden ist, des Senators Philipp Schwartz sen. Herzinfarkt beim Kanufahren, so die Diagnose. Doch Michael, der älteste Sohn, hat Zweifel. Er will die Sache nicht auf sich beruhen lassen und setzt mit seinen Geschwistern die Obduktion des Leichnams durch. Was er dabei findet, verändert sein Leben.

Virenkrieg-Autor Lutz Büge
schreibt auf Ybersinn.de über
die Hintergründe seines Romanzyklus.

Diese Romanhandlung ist zeitlich knapp zwei Jahre vor der Haupthandlung des Romanzyklus angesiedelt, im Jahr 2022. Damit bricht sie das ansonsten schlicht lineare Erzählschema auf. Die Michael-Handlung ist die einzige Rückblende im ganzen Zyklus. Dass hier und da im Lauf der Geschichte Fetzen der Vergangenheit enthüllt werden, etwa in journalistischen Artikeln, widerspricht dem nicht. Als erzählte Handlung hat Michaels Geschichte ein Alleinstellungsmerkmal. Für sie wird das Jahr 2024 verlassen. So erfährst Du, wie es kam, dass alles wurde, wie es ist.

Ohne Michaels Entscheidungen des Jahres 2022 ist die gesamte Virenkrieg-Handlung nicht denkbar. Diese heimliche Hauptfigur des Virenkrieg tritt zwar nur in den ersten beiden Romanen auf, doch ihr Wirken dominiert alles andere, und insbesondere Jan Metzner, die Hauptfigur, wird immer wieder an seinen alten Freund erinnert, mit dem er gemeinsam studiert und dessen Schwester Maggie er den Kopf verdreht hat – etwas, was Michael mit Jans Schwester Meike partout nicht gelingen wollte.

Es geht in den Virenkrieg-Romanen um eine ganze Reihe von Themen: jm Biowaffen, den westlich-islamische Zusammenprall der Kulturen, den Nachhall des Attentats auf John F. Kennedy im Jahr 1963. Und es geht immer wieder um Selbstbehauptung und Selbstbestimmung und den Willen zur Freiheit. Alle Hauptfiguren müssen Antworten auf die Frage geben, wie sie es unter Zwang mit der Freiheit halten. Sie alle finden persönliche Antworten.

Auch Michael Schwartz unterliegt äußeren Zwängen, etwa durch den Job, den er bei der Initiative „The Future of Protection“ (Fupro) des Nobelpreisträgers Samuel McWeir angenommen hat. Aber in seinem Fall gibt es einen Zwang, der nur aus ihm allein heraus entsteht, den er aber so stark verspürt, dass er dafür alles aufgibt. Er hat verstanden: Was er bei der Obduktion seines Vaters fand, ist eine Biowaffe. Er hat auch verstanden, wie sie wirkt und dass sie von Unbekannten heimlich eingesetzt wird, um politische Attentate zu verüben. Virenkrieg-LeserInnen wissen: Die Rede ist von Skylla & Charybdis. Nun hält er es für seine Pflicht, die Gegenseite mit dieser Waffe zu versorgen, um ein Gleichgewicht des Schreckens herzustellen. Er muss Skylla & Charybdis zur Islamischen Allianz bringen! Landesverrat!

Michael läuft aus Pflichtgefühl zu einer Terrororganisation über? So einfach ist es nicht. Die Wirklichkeit ist in den Virenkrieg-Romanen ebenso wenig schwarz-weiß, wie sie es in unserer gelebten Wirklichkeit ist. Schwarz-Weiß ist die Welt immer nur für die Vereinfacher und jene, die ihnen leichtfertig folgen. Die Islamische Allianz greift zwar zu robusten Methoden, ist aber keine Terrororganisation. Das macht die Sache später für Jan Metzner so kompliziert, der in Al-Isrā, einem Stützpunkt der Allianz, gefangen gehalten wird: Mit den Zielen der Allianz kann er sich durchaus identifizieren. Aber das ist ein anderes Thema, das einen eigenen Artikel erfordert.

Ich mag die Michael-Figur sehr. Sie ist ein bisschen plump und steht auch mal kräftig auf der Leitung, aber wenn Michael begriffen hat, lässt er sich nicht mehr aufhalten. Zwei Jahre später, als er und Jan in Al-Isrā einander begegnen, hat er sich allerdings sehr verändert. Seine Taten haben ihren Preis gefordert, und das Leben in Al-Isrā hat ihn geformt. Die Beschäftigung mit seinem Erbe wird für Jan zur Herausforderung.

Nächste Woche: Kopfwäsche für den Westen – Jürgen Todenhöfers neues Buch

Das Virenkrieg-Finale – Eine Übersicht

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