Wir Autodidakten!

Virenkrieg

Roman-Zyklus von Lutz Büge

Incubus – Virenkrieg III

Biowaffen, Geheimorganisationen
und einsame Entscheidungen –
die Menschheit am Rand ihrer Auslöschung.

„Willkommen in einer Welt, in der es keine saubere Trennung
mehr gibt zwischen Gut und Böse, richtig und falsch.“

Frankfurter Rundschau

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Wir Autodidakten!

Vor Jahren plante ich einen Roman über Heinrich Schliemann und seine Grabungen in Troia. Die Studien dazu füllen mehrere Ordner in meinem Archiv. Auf Recherche-Reise habe ich mir angesehen, wo Schliemann aufwuchs. Den Roman muss ich noch schreiben (vielleicht mal irgendwann), aber darüber hinaus gibt es etwas, was ich aus dieser Recherche gelernt habe: Ich bin ein Autodidakt. So wie Schliemann. Ohne mich mit ihm vergleichen zu wollen: Es gibt Gemeinsamkeiten. Wir Autodidakten wühlen uns in Themen hinein, die uns interessieren. Dazu muss uns niemand auffordern, wir machen das aus eigenem Antrieb. Wir wollen möglichst viel über diese Themen in Erfahrung bringen. Darum steckt eine Menge Recherche in meinen Virenkrieg-Romanen. Aber darin liegt eine Gefahr.

Virenkrieg-Autor Lutz Büge
schreibt auf Ybersinn.de über
die Hintergründe seines Romanzyklus.

Schliemann hatte eine Idee und ist ihr unbeirrbar gefolgt. Diese Unbeirrbarkeit ist beeindruckend und zugleich irritierend. Sie hat ihn zum Erfolg geführt und ihm gleichzeitig den Ruf eingetragen, ein Sturkopf zu sein. Schliemann wollte unbedingt daran glauben, dass der Hügel Hisarlık Tepe, in dem er grub, die Stätte von Homers Troia war. Er las seinen Homer wie einen historischen Bericht, obwohl die „Ilias“ etwa 500 Jahre nach dem Troianischen Krieg niedergeschrieben worden ist, und als er einen bedeutenden Schatz fand, war sofort klar, dass es sich dabei um den „Schatz des Priamos“ handeln musste. Einwände und Kritik ließ Schliemann nicht zu. Erst nach seinem Tod im Jahr 1890 konnte sich die Erkenntnis durchsetzen, dass der Schatz rund tausend Jahre älter war als Priamos – wenn man denn glauben will, das es einen historischen Priamos gegeben hat. Belegt ist das nicht, ebenso wenig wie der Troianische Krieg, von dem angenommen wird, dass er im 13. oder 12. Jahrhundert v. C. stattgefunden haben könnte, wenn er denn tatsächlich ein historisches Ereignis gewesen sein sollte.

Schliemann war bei seinen Grabungen, getragen vom Schwung des Unbeirrbaren, zu tief in den Hügel vorgestoßen. Hisarlık Tepe besteht aus Schichten mehrerer Siedlungen und Städte, die übereinander liegen. Deren tiefere sind weit älter als 3000 Jahre. Bei seinem Vorstoß durch diese Schichten hatte Schliemann Teile jener Stadt zerstört, die zur Zeit des Troianischen Krieges dort existiert hat. Sie war auf Schichten älterer Städte errichtet. Die Funde aus diesen Schichten lassen viele Deutungen zu, auch was die genaue Datierung betrifft. Das wäre anders, wenn in diesen Schichten Schriftzeugnisse gefunden worden wären. Doch egal, was Schliemann glauben wollte: Hisarlık Tepe ist ein schweigender Hügel.

So können Autodidakten sein: Was sie sich einmal mit Mühe angeeignet haben, das ist nicht einfach nur Wissen, sondern es ist „ihres“. Man will unbedingt daran festhalten. Dieser mühevoll erarbeitete Stand der Dinge entzieht sich der Diskussion. Die „Ilias“, also Homers Dichtung über den Troianischen Krieg, ist vor allem ein mythologisches Drama, das offenbar einen historischen Hintergrund hat, doch dass es die Stätten, von denen es handelt, tatsächlich gibt, heißt nicht, dass es die Figuren, die Homer aufbietet, ebenfalls tatsächlich gegeben hat. Jeder kann sich davon überzeugen, dass es Mykene gibt – übrigens ebenfalls von Schliemann ausgegraben. Das heißt jedoch nicht, dass es auch den mykenischen König Agamemnon gegeben hat. Doch genau dies stand für Schliemann außer Frage. Er las seinen Homer wie eine historische Quelle. Daran ließ er nicht rütteln.

Das macht Schliemann, der nach seinem Tod zum bildungsbürgerlichen Idol überhöht wurde, wieder zum Menschen, zu einem mit mancherlei Fehlern, und das ist ein erfrischender Gedanke. Wie belustigend ist dann auch die Vorstellung, in 3000 Jahren könnte einer wie Schliemann sich auf die Suche nach Al-Isrā machen, dem Stützpunkt der Islamischen Allianz aus meinen Virenkrieg-Romanen! Dabei würde er sich auf die Angaben zur Position stützen, die ich in den Romanen mache, und würde durch die Libysche Wüste irren auf der Suche nach dem Ort, wo Jan Metzner nach Mitteln gegen die schlimmen Biowaffen suchte, wo er sich mit Sacharija al-Maphrut stritt und Maria Francesca liebte. Wer weiß, vielleicht wird dieser künftige Schliemann wirklich etwas finden? Es gibt in der Libyschen Wüste tatsächlich Felsmassive, die von Steinzeitmenschen bewohnt waren, so wie das Massiv beschrieben wird, unter dem sich Al-Isrā im Roman befindet, Höhlen mit uralten Malereien. Denn vor 10.000 Jahren war die Sahara eine Savanne. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nächste Woche: Der „war on terror“ – Das Sykes-Picot-Abkommen

Das Virenkrieg-Finale – Eine Übersicht

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