Mücken rücken vor – Plagegeister und Krankheitsüberträger

Virenkrieg

Roman-Zyklus von Lutz Büge

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Incubus – Virenkrieg III  (Ebook)

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Biowaffen, Geheimorganisationen und einsame Entscheidungen – die Menschheit am Rand ihrer Auslöschung.

„Willkommen in einer Welt, in der es keine saubere Trennung mehr gibt zwischen Gut und Böse, richtig und falsch.“
Frankfurter Rundschau vom 13.8.2015

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Mücken rücken vor – Plagegeister und Krankheitsüberträger

Wozu sind Stechmücken eigentlich gut? Diese Frage hat sich gewiss jede/r schon mal gestellt. Eigentlich sind die kleinen Viecher nichts als lästig, nicht wahr? Und jetzt wandern zu allem Überfluss im Zuge des Klimawandels, der steigende Temperaturen mit sich bringt, auch noch neue Mückenarten bei uns ein – und mit ihnen Krankheiten! Mückenarten wie die Tigermücke, Krankheiten wie das Denguefieber. Als würde die Evolution neue Biowaffen gegen uns auffahren.

Virenkrieg-Autor Lutz Büge
schreibt auf Ybersinn.de über
die Hintergründe seines Romanzyklus.

Die Frage, wozu Mücken gut sind, ist rasch geklärt: Sie sind genauso zu etwas „gut“ oder nicht „gut“ wie wir Menschen. Die Evolution fragt nicht, wozu eine Lebensform „gut“ ist. Sie fragt nur, ob sich eine Lebensform durchsetzen kann. Wenn nicht, ist sie ganz schnell wieder Geschichte, kaum dass sie entstanden ist. Stechmücken gab es schon vor 100 Millionen Jahren. Sie haben sich also ganz offensichtlich durchgesetzt, sie haben ihren Platz im globalen Ökosystem. Zum einen leisten sie einen Beitrag zur Biomasse und sind Nahrung für andere Tiere. Das gilt natürlich auch für ihre Larven, wie jeder Aquarianer weiß. Zum anderen verbreiten sie Krankheiten. Und die haben aus der Perspektive der Evolution durchaus einen Sinn. Auch wenn das kaltherzig klingen mag: Sie selektieren. Sie fordern die betroffenen Organismen heraus. Auch uns Menschen. Unser Immunsystem bekommt etwas zu tun. Gelingt es ihm nicht, sich durchzusetzen, so geht es uns wie allen anderen Betroffenen: Wir werden Geschichte sein.

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die eigentlich in den Tropen und Subtropen beheimatet ist, kommt inzwischen auch in Deutschland vor. In Freiburg ist sie bereits heimisch, weitere Sichtungen sind aus Heidelberg, Sinsheim, Lörrach und Karlsruhe gemeldet, 2018 auch aus Frankfurt. Sie reist als unfreiwillige Fracht in Zügen und Lkws aus dem Süden ein und trifft bei uns offenbar auf günstige Lebensbedingungen. Für die Eiablage genügen ihr geringste Mengen von Wasser in Pfützen oder im Müll der Innenstädte, in Plastikbehältern oder alten Autoreifen. Die Eier können Trockenzeiten überdauern. Die Mücke ist wärmeliebend, aber allzu warm darf es gleichwohl nicht werden: Um die Krankheiten zu übertragen, als deren Reservoir sie von den Viren genutzt wird, dürfen 29,4 Grad nicht überschritten werden. Ihre Verwandte, die Ägyptische Tigermücke (Aedes ägypti), auch Gelbfiebermücke genannt, ist toleranter: Sie überträgt bis 34 Grad, wurde bei uns aber noch nicht gesichtet. Die hessische Landesregierung hat eine Broschüre über die Tigermücke herausgegeben.

Die Tigermücke hat vor allem das Denguefieber im Gepäck, überträgt aber auch das Zika-, West-Nil- und das Chikungunya-Virus. Bisher sind jedoch keine Fälle bekannt, in denen Menschen in Deutschland infiziert wurden, alle haben sich die Infektion bei Auslandsreisen geholt.

Asiatische Tigermücke.
Foto: CDC via Wikicommons

Aber die Einschläge rücken näher: In Südfrankreich wurden im Oktober 2018 fünf Denguefälle gemeldet, die nicht durch Reisen eingeschleppt worden sein sollen. Das Dengue-Virus benötigt die Mücke als Zwischenwirt. Um Wirt zu werden, muss die Mücke einmal einen mit Dengue infizierten Menschen (oder Affen) gestochen haben. Mit dessen Blut nimmt sie das Virus auf und bleibt dann ihr ganzes Leben lang infektiös.

Denguefieber – Verlauf, Behandlung, Prophylaxe

Denguefieber kann schwer verlaufen und tödlich enden. Die Inkubationszeit beträgt meistens vier bis sieben Tage. Symptome sind unspezifisch grippeähnlich: hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen, Druckschmerz hinter dem Auge. Bei einem schweren Krankheitsverlauf kann es zu inneren Blutungen kommen. Man spricht dann von Hämorrhagischem Denguefieber (DHF) oder Dengue-Schock-Syndrom (DSS). Ersteres führt in bis zu fünf Prozent aller Fälle zum Tod, letzteres in bis zu 44 Prozent. Es gibt keine spezielle Therapie, ein zuverlässiger Impfstoff liegt bisher nicht vor. Bei schwerem Verlauf der Infektion ist intensivmedizinische Behandlung im Krankenhaus nötig. Die Ärzte raten, unbedingt auf Medikamente wie ASS (z.B. enthalten in „Aspirin“) oder Ibuprofen zu verzichten, welche die Blutgerinnung reduzieren können, denn sie würden innere Blutungen fördern. Entscheidend für die Behandlung ist offenbar ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, sinkt die Sterberate unter ein Prozent.

Das beste Mittel gegen Denguefieber ist Prophylaxe: Man sollte es erst gar nicht bekommen. Bettnetze, wie sie zum Schutz vor Malaria eingesetzt werden, helfen nicht, da die Asiatische Tigermücke tagaktiv ist. Die Mücken stechen bevorzugt in den Morgenstunden und in der Abenddämmerung. Dazwischen suchen sie Schutz im Dunkeln, auch in Innenräumen, zum Beispiel unter Betten oder hinter Gardinen. Es ist also kaum möglich, sich zu hundert Prozent gegen Stiche abzusichern, es sei denn, man trägt auch im Sommer ständig lange Kleidung oder reibt sich regelmäßig mit Mückenschutz ein. Aber man kann die Gefahr verringern, zum Beispiel indem man die Larvenbiotope reduziert.

Im Fall der Heidelberger Sichtung hatte eine Tigermücke ihre Eier offenbar in den mit Wasser gefüllten Untersetzer einer Zierpflanze gelegt, die auf der Terrasse stand. Zur Überwinterung holte ihr Besitzer den Topf in die Wohnung, wo die Larven sich im Untersetzer entwickeln konnten. So zog die Tigermücke bei dem Mann ein. Gefährlich war diese Begegnung gleichwohl nicht: Da die jungen Mücken keine Gelegenheit hatten, das Dengue-Virus aufzunehmen – dazu hätten sie einen Infizierten stechen müssen -, waren sie nicht infektiös.

Wir werden uns mittelfristig mit Dengue abfinden müssen, so wie mit manch anderen Veränderungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Die Chancen stehen gut, dass es bald einen zuverlässigen Impfstoff gibt. Ein Kandidat für die weltweite Pandemie, vor der Experten seit langem warnen – also für die weltweite Verbreitung eines tödlichen Krankheitserregers, die auch in meinen Virenkrieg-Romanen thematisiert wird -, ist Denguefieber nicht. Dazu fehlt dem Virus ein entscheidendes Kriterium: Es ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Nächste Woche: Lutz Büge lernt ständig und gibt dieses Wissen weiter

Das Virenkrieg-Finale – Eine Übersicht

 

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