Aus der Mitte entspringt ein Strom

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Aus der Mitte enstpringt ein Strom

Soeben ist mein neuer Roman Incubus – Virenkrieg III als Ebook erschienen. Drumherum gibt’s viel zu erzählen. Ein Thema drängt sich auf, das eigentlich naheliegt, wenn man sich meinen Schreibstil etwas genauer ansieht: der Einfluss von Filmen.

Biowaffen, Geheimorganisationen und einsame Entscheidungen –
die Menschheit am Rand ihrer Auslöschung.

„Willkommen in einer Welt, in der es
keine saubere Trennung mehr gibt
zwischen Gut und Böse, richtig und falsch.“

Frankfurter Rundschau vom 13.8.2015

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Angeblich gibt es in der Kunst nichts Neues mehr. Seit etwa hundert Jahren ist alles geschrieben, was geschrieben werden konnte, ist alles Relevante gemalt, komponiert, gestaltet und konstruiert, sind alle Themen durch. Was seitdem noch kommt, ist immer wieder das Alte in neuem Gewand. Man könnte fast Plagiat dazu sagen. Also können wir Autoren eigentlich aufhören mit dem Schreiben, nicht wahr?

Unsinn!

Schon die Grundaussage geht fehl, dass alles Schreiben um immer wieder die gleichen Fragen kreise, denn es gibt durchaus Herausforderungen, die vor hundert Jahren noch keine waren, weil es sie nicht gab. Beispiel: In junge_von_nebenan habe ich mich mit Chatrooms beschäftigt. Die waren vor hundert Jahren wohl kaum en vogue, ebenso wenig wie andere Folgen der Digitalisierung. Chats haben die Kommunikation verändert.

Zweites Beispiel: In Genetics habe ich 1999 folgendes Gedankenexperiment durchgespielt: Eine regierende künstliche Intelligenz beschließt, in der abgeschirmten Gesellschaft von Block Arkansas Homosexualität zur Mehrheits-Sexualität zu machen und Heterosexualität radikal zu diskriminieren. Ziel: Kontrolle der genetischen Linien. Nicht dass ich das wollen würde – aber das war neu im Jahr 1999. Ende der Kunst?

Virenkrieg-Autor Lutz Büge
schreibt auf Ybersinn.de über
die Hintergründe seines Romanzyklus.

Es soll bereits alles gesagt sein? Was ist mit Globalisierung und Klimawandel? Das sind neue Herausforderungen nicht nur für Menschen in ihren Lebens- und Arbeitswelten, sondern auch für Künstler, die ihre Zeit auf den Punkt zu bringen versuchen. Daher, Entschuldigung: Es gibt kein Ende der Kunst! Niemals! Ebensowenig wie es ein Ende der Geschichte gibt, wie es vor knapp 25 Jahren der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama postulierte. Und das ist eine gute Nachricht, denn ich möchte noch viele Romane schreiben und habe ein Notizbuch, in das ich ständig neue Ideen eintrage.

Jetzt kommt was Paradoxes: In meinen Virenkrieg-Romanen spielt ein Thema eine hintergründig dominierende Rolle, das in der Literatur tatsächlich schon von vorne bis hinten durchdekliniert wurde: Familie. Dazu müsste nach all den Jahrhunderten der Literatur wirklich alles gesagt sein. Dieses Thema ist immerhin so alt wie der Mensch selbst. Es gibt unendlich viele literarische Vorbilder, die sich damit beschäftigen. Mir persönlich besonders wichtig: „Buddenbrooks“. Aber auch Kino und Fernsehen sind voller Familiengeschichten. Ein Film, der mich inspiriert hat, ist „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ von Robert Redford (Regie, 1992).

Überrascht? Ein derart ruhiger Film? Während Virenkrieg für Action steht, Science Faction, „war on terror“ und die Reaktionen darauf? So ist der Augenschein. Tatsächlich aber wirken im Hintergrund des Virenkrieg-Geschehens drei Familien. Man könnte auch sagen: Dynastien. Der Begriff Familie stellt die Zusammengehörigkeit ins Zentrum, weniger die gemeinsame Abstammung. Man kann zu einer Familie gehören, ohne mit ihr verwandt zu sein. Bei Dynastien hingegen geht es um die Weitergabe von Erbe und Einfluss, um Stammhalter und hierarchisches Denken. Wie auch immer man das nun nennen will – vielleicht „Dynamilie“? –: Im Virenkrieg-Zyklus gibt es drei davon. Da wären die Schwartz‘ und die Metzners. Die dritte „Dynamilie“ – SCOUT – bleibt noch im Nebulösen, gewinnt in Incubus – Virenkrieg III aber an Kontur.

„Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ ist ein wunderschöner Titel für einen Film, in dem das Fliegenfischen, stehend im Fluss, Generationen verbindet. Denk an den Winooski River, der an der Senatorenvilla der Schwartz‘ in Montpelier, Vermont, vorbeifließt!  Incubus – Virenkrieg III ist der dritte Roman des Virenkrieg-Zyklus und damit seine Mitte, denn der Zyklus besteht aus fünf Romanen. Aus dieser Mitte aber entspringt kein Fluss, sondern ein Strom. Und der soll nun rasch zum Ende tragen, denn wir wollen wissen, wie es ausgeht.

Ich weiß es schon!  😉

Nächsten Dienstag: Eine seriöse Zukunftsprognose – aus Incubus – Virenkrieg III

Das Virenkrieg-Finale – Eine Übersicht

 

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+++ Virenkrieg-Zyklus +++ Incubus – Virenkrieg III +++ Lutz Büge +++

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