Drakolimni

Drakolimni

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Im Jahr 1989 hatte ich einen abenteuerlichen Freund, bevor ich schließlich auf den Mann traf, bei dem ich nach meiner Findungsreise blieb. Andreas, jener Abenteurer, hatte ein Faible: Berge. Gern solche, die weit weg waren. Ich ging mit. Der Smolikas ist nach dem Olymp der zweithöchste Berg Griechenlands. Da sind wir nicht nur raufgestiegen, Andreas und ich, sondern wir haben auch am Ufer des Sees übernachtet, der etwas unterhalb des Gipfels liegt: Drakolimni. Das war eine wirklich abenteuerliche Aktion in einer Wildnis mit Bären und Wölfen, die nachts um unser Zelt streiften. Am Morgen, nach einer Nacht voll von Geschnüffel rundherum, wachten wir im Raureif auf. Es war richtig kalt geworden dort oben auf etwa 2200 Metern, nicht ganz erwartet. Auf die Bären, die Wölfe und die verwilderten Hunde, die dort herumstreiften, hatten wir uns allerdings eingestellt.
Für mich wurde weniger der Gipfel des Smolikas prägend, sondern vielmehr der Drachensee, der Drakolimni. Ich habe danach eine Geschichte geschrieben: „Zeit für Drakolimni“. Darin löst sich ein Mann, der dort hinaufsteigt, einfach auf. Er existiert dann aber noch. Es geht um Grenzen, Entgrenzung, um das, was hinter der physischen Existenz ist. Es war damals so still dort oben und so leer, dass man das Läuten von Ziegenglocken von weither hören konnte, vielleicht vom nächsten Gebirgszug her jenseits der Täler. Man wagte kaum zu atmen. Es hätte die Stille stören können.

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Nr. 30 der Fotoserie Blicke 2020

Romanautor Lutz Büge stellt in „Blicke 2020“ Stationen seines Lebens und Schaffens vor. Ohne Ordnung, quer durch mehr als vier Jahrzehnte. Lutz hat mit elf Jahren angefangen, Geschichten zu schreiben. Die Fotoserie ist eine bunte Reise durch  diese Jahre. Sie ist subjektiv, unvollständig, selbstironisch und will für die Romane von Lutz Büge werben.

Was das mit dem Obelisken der Hatschepsut im Tempel von Karnak, dem Motiv des Logos, zu tun hat, darüber und über Blicke 2020: → HIER.

 

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