„Liebe ist ein Konzept, das ich nicht verstehe“

Das Theaterstück „Genetics“
hat im Wettbewerb des

Frankfurter Autorentheaters 2022
den zweiten Platz gewonnen.
Das Stück wird am

25. September, 18 Uhr
in der Brotfabrik Frankfurt

als szenische Lesung uraufgeführt.
Es beruht auf den Romanen
„Genetics“ und „Evan – Virenkrieg IV“
von Autor und Redakteur Lutz Büge.
In Kürze erscheint der Roman „Genetics“
als gedrucktes Buch, das über den Buchhandel
bezogen werden kann
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„Liebe ist ein Konzept, das ich nicht verstehe“

150 Jahre lang hat die künstliche Intelligenz Ciah in Block Arkansas, einem Laborkomplex tief unter der Erdoberfläche, genetische Manipulationen an Tics vorgenommen. Ausgangsmaterial waren Menschen. Tics unterscheiden sich inzwischen aber genetisch so stark von Menschen, dass sie eine eigene Spezies darstellen. Block Arkansas ist zum Schutz der Oberfläche hermetisch versiegelt. Ciah darf diese Versiegelung erst aufheben, wenn das Projekt der Artverbesserung abgeschlossen und der perfekte Amerikaner erschaffen ist. Cal, ein Polizist in Block Arkansas, gilt als bisherige Krone von Ciahs Schöpfung. Doch eines Tages versagt er und wird zu Ausschussmaterial. Damit setzt Ciah eine Entwicklung in Gang, die Block Arkansas an den Rand der Vernichtung führt.

Das Theaterstück „Genetics“ spannt einen weiten Bogen vom Moment der Versiegelung – siehe die Leseprobe in der FR, die demnächst erscheinen wird, oder auch den Prolog meines Romans Evan – Virenkrieg IV – bis zum Scheitern des Projekts und erzählt vom finalen Kampf der übrig gebliebenen Tics gegen Ciah. Dieser Kampf wird mit Worten ausgetragen, denn Ciah muss davon überzeugt werden, dass die Versiegelung von Block Arkansas aufgehoben werden kann. Nur dann können die Tics überleben.

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Ich freue mich riesig auf die angekündigte Lesung und hoffe natürlich auch, dass das Stück dann mal inszeniert aufgeführt wird. Die Thematik von Genetics begleitet mich seit mehr als 25 Jahren. Im Jahr 1999 erschien der Roman in einer ersten Fassung im Hamburger Verlag Männerschwarmskript. Das trug möglicherweise dazu bei, dass er als Schwulenroman missverstanden wurde.

Richtig ist zwar, dass die KI Ciah die Gesellschaft in Block Arkansas in einer Weise formt, in der Homosexualität vorherrscht: Die Tics, die in Block Arkansas leben, sind daran gewöhnt, sich an andere Männer zu halten, wenn sie Sex wollen. Das ist dort die Norm, von Ciah eingeführt und durchgesetzt. Nur gelegentlich müssen die Tics ihre Pflicht tun und sich mit Frauen treffen, wegen des „Projekts der Artverbesserung“. Homosexualität wird in Block Arkansas also als Herrschaftsinstrument eingesetzt, Heterosexualität wird diskriminiert. So hielt der Roman Genetics im Jahr 1999 der deutschen Gesellschaft den Spiegel vor.

Das Cover von Genetics
aus dem Jahr 1999

Seitdem hat sich einiges getan. Der Stoff hat sich bei mir weiterentwickelt. Zum Beispiel sind die Virenkrieg-Romane hinzugekommen. Sie erzählen die Vorgeschichte von Genetics, 150 Jahre früher. Am Anfang der Arbeit an den Virenkrieg-Romanen stand für mich daher die Überarbeitung des Romans von 1999. Im Jahr 2013 habe ich die Neufassung als E-Book rausgebracht. Das geschah in meiner Phase als Selfpublisher, wie das heutzutage Neudeutsch heißt. Damals war es mir überaus sympathisch, die Dinge selbst in die Hand nehmen zu können, statt Verlagen hinterherrennen zu müssen. Inzwischen sind alle Romane, die damals auf eigene Faust veröffentlicht wurden, im Ybersinn-Verlag angesiedelt, den mein Mann gegründet hat.

In eben diesem Ybersinn-Verlag erscheint in Kürze die gedruckte Fassung von Genetics, die identisch ist mit der E-Book-Fassung von 2013. Anlass für diese Publikation ist das Theaterstück, das im Wesentlichen aus dem Prolog von Evan – Virenkrieg IV und dem Finale des Romans Genetics besteht. Es beginnt im Jahr 2022, als sich Lucas Phelps, der geniale Informatiker, mit seiner Schöpfung, der KI Cia, in Block Arkansas einschließen lässt. 150 Jahre später droht dem Laborkomplex die komplette Zerstörung, und die Lebensformen, die dort mittlerweile entstanden sind, versuchen zu entrinnen. Das ist eine Geschichte um Anfang und Ende. Und was inzwischen geschah, dafür war für die Bühne kein Platz im Theaterstück, aber man kann es im Roman nachlesen.

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Autor Lutz Büge, vielen als „Bronski“ bekannt, betreut seit 2007 das FR-Forum. Er ist Jahrgang 1964, lebt in Offenbach, ist seit seinem elften Lebensjahr literarisch aktiv und hat bisher 15 Romane veröffentlicht. Zuletzt erschien 2020 der Roman McWeir – Virenkrieg V  als Abschluss des fünfbändigen „Virenkrieg“-Zyklus. Zwei neue Romane warten auf Veröffentlichung.

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