Unser Modell

VerlagslogoAuf dieser Seite erzählen wir etwas über unsere Liebe zu Büchern, über das Modell, mit dem wir Bücher herausbringen wollen, über Lust am Lesen und die Realitäten des Buchmarkts. Der Ybersinn-Verlag wurde am 2. April 2015 gegründet — wir berichteten. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir als junger Verlag Autoren gewinnen und veröffentlichen und zugleich das Risiko gering halten können. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist unser eigenes Geschäftsmodell.

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Unser Modell: Wie der Ybersinn-Verlag Romane herausbringen will

Von Thomas Vögele, Ybersinn-Verlag

Schon klar: Wenn man einen Verlag gründet, dann gründet man ein Unternehmen. Und das bedeutet, dass man ein unternehmerisches Risiko einzugehen bereit ist. Klar ist allerdings auch: Die Verlagsbranche befindet sich in der Krise, und wir haben keine Lust darauf, einfach nur Geld zu verbrennen. Trotzdem wollen wir Bücher veröffentlichen – mit kalkuliertem Risiko.

Unser Geschäftsmodell in sieben Punkten, bevor ich es ausführlicher erläutere:

  1. Die Werke unserer AutorInnen werden zunächst als E-Books veröffentlicht. Die E-Book-Verkäufe funktionieren wie eine Abstimmung: Trifft Dein Buch auf Interesse bei den Leserinnen und Lesern?
  2. Dir entstehen keine Kosten. Der Verlag stellt Cover und Lektorat, sorgt dafür, dass Dein E-Book auf allen gängigen Plattformen heruntergeladen werden kann und macht mit seinen Möglichkeiten darauf aufmerksam.
  3. Du verdienst zunächst nichts. Die Einnahmen aus den E-Book-Verkäufen werden nicht ausgezahlt, sondern angespart mit dem Ziel, davon etwa hälftig den Druck Deines Werks zu bezahlen. Du erhältst jährlich eine transparente Übersicht über den Stand des „Sparkontos“ für Dein Buch.
  4. Du hilfst dabei, für Dein Buch zu werben – durch eine eigene Webseite, für deren Entstehen und Bestand Du selbst sorgst, durch Postings in Online-Netzwerken wie Facebook und Twitter und durch Aktionen mit Ybersinn.de und dem Verlag. Du stehst auch für Video-Lesungen zur Verfügung.
  5. Sollte der „break even“ nach zwei Jahren nicht erreicht sein, machen wir eine Abrechnung. Obwohl wir gemeinsam getan haben, was wir konnten, und obwohl wir Dein Buch mögen, stieß es nicht auf das erhoffte und erwartete Interesse. Das Autorenhonorar, das für Dich pro verkauftem E-Book ausgezahlt wird, liegt bei rund 20 Prozent des Verkaufspreises.
  6. Schafft Dein Buch den „break even“, dann nehmen wir das angesparte Honorar, legen von Verlagsseite etwa noch mal die gleiche Summe drauf und lassen drucken. Ab dann wird abgerechnet wie in der Verlagsbranche üblich (10 Prozent vom Verkaufspreis für Dich pro verkauftem gedrucktem Buch, 25 Prozent pro verkauftem E-Book). Dieser „break even“ ist keine Gewinnschwelle, sondern ein Indikator: Wenn Dein E-Book 300-mal verkauft wurde (das ist der „break even point“), dann ist der Verlag überzeugt, dass noch mehr drin ist.
  7. Also: Verlag und AutorIn teilen sich das Risiko. Jede/-r bringt was ein. Das ist keines der üblichen Bezahlmodelle, bei denen AutorInnen in Vorleistung gehen, und kein On-Demand-Modell, sondern eine faire Methode, um auszuprobieren, was am Buchmarkt real funktioniert und was nicht. Es kann sein, dass Du mit Deinem Buch nichts verdienst, aber Du kannst sicher sein: Dann hat auch der Verlag nichts verdient. Aber wir haben uns engagiert! Aber wenn es funktioniert, gibt es ein gedrucktes Buch. Und dann wird es richtig spannend.

Und jetzt noch mal etwas ausführlicher und mit etwas mehr Ruhe

Bevor ich das Modell erläutere, wie der Ybersinn-Verlag arbeiten soll, möchte ich etwas festhalten: Der Verlag soll nach dem Prinzip der „schwarzen Null“ arbeiten. Wir erwarten keine Gewinne, keinen Profit, sondern nur, dass der Verlag mittelfristig keinen Verlust macht. Dann ist alles gut. Dafür setzen wir unsere Arbeitskraft, unsere Kreativität und auch unser Geld ein. Zugleich aber nehmen wir unsere künftigen Autorinnen und Autoren mit ins Boot.

Geteiltes Risiko

Wer Romane schreibt, möchte diese veröffentlicht sehen. Natürlich träumen alle Autorinnen und Autoren davon, von ihren Werken leben zu können, aber die Realität ist zu hart für diesen Traum — meistens jedenfalls. Es geht nun darum, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Am Anfang steht die Veröffentlichung. Um die geht es hier in erster Linie. Und natürlich um den Versuch, damit Erfolg zu haben. Darum wollen wir das unternehmerische Risiko mit unseren Autorinnen und Autoren teilen.

Es ist eigentlich ganz einfach: Wir bringen Romane, die wir mögen und die unserem Verständnis von guter Unterhaltung entsprechen, zunächst als E-Books heraus. Dabei geht der Verlag in Vorleistung: Er sorgt für Lektorat, Cover, Marketing. Die Summen, die durch die E-Book-Verkäufe hereinkommen, werden angespart, bis eine bestimmte Grenze erreicht ist, an der wir sagen können: Das Werk hat am Markt, bei den Leserinnen und Lesern, Interesse gefunden. Die Leute mögen es. Also nehmen wir nun das angesparte Honorar, legen ungefähr die gleiche Summe noch mal drauf und lassen drucken. Und dann geht es hoffentlich richtig los.

Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir an, Dein Roman wird als E-Book unter unserem Label für 9,99 Euro vertrieben. Da für E-Books der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gilt, reden wir von netto 8,40 Euro. Von diesem Betrag bekommen die Online-Shops, die E-Books vertreiben, in der Regel ungefähr die Hälfte. 4,20 Euro netto werden in diesem Rechenbeispiel also an den Verlag überwiesen. Dieses Geld legt er zurück, 25 Prozent behält er. Das E-Book muss sich rund 190-mal verkaufen, um auf diese Weise allein die Kosten für die Cover-Gestaltung wieder hereinzuholen. (Ein professionell gestaltetes Cover kostet branchenüblich 200 Euro.) Die 25 Prozent bekommt der Verlag für die Arbeit, die er vor dem Erscheinen des Werks in den Roman steckt. Das Risiko trägt der Verlag, denn es ist ja keineswegs gesagt, dass der Roman sich auch wirklich verkauft. Diesen Abschnitt des Projekts nenne ich Phase 1.

Phase 2 bedeutet: Die übrigen 75 Prozent, also 3,15 Euro pro verkauftem E-Book, werden angespart. Du als Autor oder Autorin verdienst also zunächst nichts an Deinem Roman, sondern investierst zusammen mit dem Verlag, der ebenfalls nichts verdient, in die Zukunft. Wir wollen dabei zunächst nur auf einen Achtungserfolg hinsteuern: Den „break even“, den entscheidenden Punkt, siedeln wir bei rund 300 verkauften E-Books an. Dann hat Dein Roman etwa 1000 Euro angespart, und nun reden wir darüber, in Druck zu gehen. Auch jetzt tritt der Verlag wieder in Vorlage, denn das angesparte Honorar reicht natürlich nicht, um eine volle Druckauflage zu bezahlen. Wir müssen schätzungsweise noch einmal dieselbe Summe drauflegen. Aber wenn ein Roman sich als E-Book 300-mal verkauft hat, wird er auch als gedrucktes Buch seine Leserinnen und Leser finden.

Virenkrieg Cover 001

Der Roman „Virenkrieg“ von Lutz Büge ist im Juli 2015 als erstes gedrucktes Buch im jungen Ybersinn-Verlag erschienen. Mehr Informationen über den Roman im Anschluss an diesen Artikel.

Es kann natürlich sein, dass die magischen 300 nicht erreicht werden, dass Dein Roman floppt. Wir wollen keineswegs voreilig sein. Jedes E-Book, das wir herausbringen, bekommt drei Jahre Zeit, mit unserer Hilfe seinen Weg zu gehen. Wenn es in dieser Zeit wider Erwarten nicht gelingt, genug Interesse zu finden und damit auch Geld für den Druck anzusparen, machen wir eine Schlussabrechnung.  Die ursprünglichen 4,20 Euro, die von den Online-Shops kommen, teilen wir hälftig, das heißt Du bekommst pro verkauftem E-Book 2,10 Euro netto ausgezahlt. (Netto heißt hier: Mehrwertsteuer rausgerechnet; dieses Geld musst Du natürlich versteuern.) Das angesparte Honorar geht also nicht verloren: Entweder wird es für den Druck eingesetzt, oder Du bekommst es mit Verspätung auf Dein Konto. Das entspricht einem Autorenhonorar von 21 Prozent, das am Ende auch bei Misserfolg bei Dir bleibt. Zum Vergleich: In der Verlagsbranche ist es üblich, zwischen sechs und zwölf Prozent Honorar pro Verkauf eines gedruckten Buchs zu zahlen.

Phase 3

Das Ziel ist und bleibt dennoch, ein gedrucktes Buch herauszubringen, denn E-Books sind schön und gut, aber sie können doch mit dem gefühlten, in Händen gehaltenen gedruckten Buch, einem sinnlichen Erlebnis, nicht mithalten. Gedruckte Bücher liegen in Buchhandlungen zur Ansicht aus, gedruckte Bücher kannst Du verschenken und als Leseexemplare verschicken, Du kannst sie signieren und damit auf Lesereise gehen. All das geht mit E-Books weiterhin nicht oder nur eingeschränkt.

Der Anfang ist gemacht

Wir wollen uns also gern Skripte ansehen. Wir brauchen ein Exposé, das uns Überblick verschafft, und die ersten 15.000 bis 20.000 Zeichen. Dabei ist das Genre zunächst völlig egal: Ob Krimi, SciFi oder historischer Roman, ob Frauen- oder Männererklärer oder Familiengeschichte, die Zeitgeschichte dokumentiert – mir als Verleger kommt es vor allem darauf an, dass Dein Werk mich unterhält. Die ersten Seiten eines Romans können für seinen Erfolg ausschlaggebend sein. „Gute Unterhaltung“ ist unser Slogan. Gute Unterhaltung ist ein weites Feld!

Was auch immer die Zukunft für den Ybersinn-Verlag und seine Autorinnen und Autoren bringen mag – der Anfang ist gemacht. Ich bin überzeugt davon, dass es eine spannende Zeit werden wird. Die Branche ist schwierig, das Geschäft schwer; aber Bücher sind schön. Wir lieben gute Bücher, und wir lieben gute Unterhaltung. Darum habe ich diesen Verlag gegründet. Diesem Anfang wohnt ein Zauber inne. Ich lade Dich ein, dem Ybersinn-Verlag auf seinem Weg zu folgen und ihn mitzugehen – als Leserin oder Leser, als Autor oder Autorin oder auch einfach als interessierter Mensch.

Drück uns bitte ganz feste die Daumen!

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Virenkrieg Cover 001„Verehrte Herren, lassen Sie mich nun zum Punkt kommen. Welche Kriterien zeichnen ein echtes Killervirus aus? Ich glaube, es sind vier:
Erstens: Hohes Ansteckungspotenzial. Es kann leicht übertragen werden. Unübertroffen ansteckend ist  das Pocken-Virus, aber auch Influenza-Viren wie H5N1 können das gut.
Zweitens: Hohe Sterbequote mit dem Potenzial, selbst das beste Gesundheitssystem zum Zusammenbruch zu bringen. Unübertroffen: das Marburg-Virus mit bis zu 90 Prozent Toten.
Drittens: Mieses Image. Unser Killervirus löst Panik aus und lässt das gesellschaftliche Zusammenleben zum Erliegen kommen.
Viertens: Kein Gegenmittel. Es steht kein Impfstoff zur Verfügung und es kann in der Eile auch keiner hergestellt werden. Im Idealfall sollte es sich also um ein unbekanntes Virus handeln, das noch nicht erforscht werden konnte.
Und damit kommen wir zum Kern dieser Veranstaltung, sehr geehrte Herren, denn ich hätte hier etwas für Sie, hier in diesem kleinen, unscheinbaren Hochsicherheitsbehälter …“
Auszug aus den SCOUT-Protokollen, März 2017

Böse? Das war erst der Anfang. Mehr gibt es –> HIER.

Virenkrieg – Erstes Buch. Roman. Ybersinn-Verlag Offenbach.
Paperback. Ca. 440 Seiten. 14,90 Euro. ISBN: 9783981738803.
In Buchhandel oder beim Ybersinn-Verlag. Direkt-Bestellung –> HIER.

Das E-Book bekommst Du für 9,99 € in allen gängigen Online-Shops.
ISBN 9783844292503.
Oder bei unserem Haus-Shop Epubli.de: –> HIER.

 

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