Amduat-Zyklus

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Der Amduat-Zyklus (2013 – ??)

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„Indiana Jones“ ist ja schön und gut und recht unterhaltsam — aber leider auch ziemlich unrealistisch. Es müssen keine okulten Artefakte sein wie etwa die Bundeslade im Film „Jäger des verlorenen Schatzes“. Real existierende Wissenschaft ist spannend genug! Wie wäre es zum Beispiel mit einem bisher unentdeckten Pharaonengrab? Und wie wäre es mit einem Typus des Entdeckers, der kein Wissenschaftler ist, sondern einer, der sich alles selbst beigebracht hat? Ein moderner Schliemann also? Mit einem Luftikus, der einen altägyptischen Goldschatz findet und damit die Erfüllung seiner Träume erlebt, zugleich aber auch den Ernst im Leben entdeckt? Denn so, wie Theo Magenheim in Berlin als Barkeeper gelebt hat, kann er keineswegs weitermachen, nachdem er in Ägypten den Osiris-Punkt entdeckt hat.

Cover Osiris Komplett kleinMein Amduat-Zyklus erzählt die Geschichte dieses Abenteuers, auf das Theo sich einlässt und das ihn zeichnen wird, denn er ist nicht nur der wissenschaftlichen Erkenntnis auf der Spur, sondern auch kriminellen Machenschaften. Und das in einem Land, in dem Islamisten an der Macht sind. Der Osiris-Punkt ist der erste Teil des Zyklus‘, Der hölzerne Pharao ist der zweite. Drei Romane mit den Arbeitstiteln Drovettis Tagebuch, Das fünfte Grab und Der Jenseitsraum werden folgen.

Auf Abenteuer ausziehen

Wir alle werden schon in unserer Kindheit mit Geschichten konfrontiert, in denen Menschen Abenteuer erleben. Insofern ist das Hörspiel „Die Schatzinsel“ (auf Langspielplatte von „Europa“) ebenso verantwortlich für Amduat wie das großartige Buch „Götter, Gräber und Gelehrte“ des deutschen Journalisten Kurt Wilhelm Marek, der seinen Nachnamen — Anagramm, sei gegrüßt! — schlicht umdrehte und C statt K setzte; so wurde daraus C. W. Ceram. Ich las dieses Buch erstmals, als ich zehn Jahre alt war. Der Abschnitt über Ägypten faszinierte mich am meisten, weil er unter anderem von Haudegen wie Giovanni Belzoni handelte, der durchaus als Vorbild für Indiana Jones gelten darf. Belzoni war ein Luftikus, der ebenso als Zirkusattraktion gewirkt hat wie als Konstrukteur von Bewässerungsanlagen und der seine Glanzzeit erlebte, als er Ägypten für den britischen Konsul Henry Salt nach Antiquitäten absuchte. Das war Anfang des 19. Jahrhunderts, und es ist bis heute eine großartige Geschichte.

Belzonis Gegenspieler war der französische, aus dem Piemont stammende Diplomat Bernardino Drovetti, der als Vorbild für Dr. René Belloq aus dem ersten Indiana Jones-Film „Jäger des verlorenen Schatzes“ gedient haben soll — und als Gegenspieler für Indiana Jones. Drovetti war eine schillernde Figur. Die Briten müssen ihn gehasst haben, denn er brachte es fertig, Ägypten, das damals Teil des Osmanischen Reichs war, gegen das britische Empire zu positionieren, und zwar allein mit der Kraft der Worte. Diesen Diplomaten ist es zu verdanken, dass die Herrschaft von Vizekönig Mohammed Ali Pascha im Sinne der Franzosen stabilisiert werden konnte, so dass die Dynastie des Vizekönigs erst 1952 davongejagt werden konnte. Zugleich war Drovetti ein Antiquitätenjäger wie Belzoni — nicht so erfolgreich wie jener, aber genauso skrupellos.

Historische Vorbilder

Und dann wäre da natürlich noch Howard Carter, der Entdecker des Grabes des Kindkönigs Tut-ench-Amun. Carters Funde, insbesondere die legendäre Totenmaske des Königs, gelten als Inbegriff pharaonischen Glanzes. Diese Entdeckung liegt gut neunzig Jahre zurück. Ich finde: Es wird Zeit für Neuigkeiten aus dem alten Ägypten. Dies befindet sich allerdings mehr oder weniger zufällig auf dem Territorium des neuen Ägyptens. Und so haben wir die Zutaten für Amduat beisammen: Ich habe in meinem Amduat-Zyklus mit vermeintlich kindlicher Entdeckerlust historische Vorbilder und die politische Großwetterlage zusammengemischt und letztere sogar noch verschärft: Während der Islamisten-Präsident Mursi im realen Ägypten 2013 weggeputscht wurde, wird das Ägypten in Amduat weiterhin von Islamisten regiert. Es geht daher nicht einfach darum, goldene Schätze aus dem Sand zu buddeln, sondern es geht um Selbst- und Welterfahrung.

Wer auf Reisen geht, der kann etwas erleben. Dasselbe gilt für Abenteuer. Und zwar ganz besonders dann, wenn es um versunkene Zivilisationen geht. Das alte Ägypten ist uns im Grunde fremd. Wir alle kennen die Bilder von den Totenmasken und den Säulenhallen. Altägyptische Obelisken stehen in europäischen Hauptstädten, jedes Großstadt-Geschichtsmuseum hat gefälligst mit ägyptischen Antiquitäten aufzuwarten. Doch indem wir diese Bilder kennen, haben wir das alte Ägypten noch lange nicht verstanden. Tatsächlich ist diese alte, versunkene Zivilisation eigen und fremdartig. Weder verstehen wir ihre Götter, noch begreifen wir völlig, wie das Leben in einer Flussoase das Denken, das tägliche Leben und die Kultur beeinflusst und geformt haben mag.

Sethos und ich

Sethos Kopf der MumieWas wir heute vom alten Ägypten kennen, sind im Wesentlichen steinerne Relikte, Grabschätze und einige menschliche Reste, die, von Harzen durchtränkt, als Mumien erhalten geblieben sind, so wie rechts Sethos I. Diese rätselhaften Gottkönige, diese Pharaonen, waren natürlich von menschlicher Natur. Dies wiederum bedeutet, dass sie wohl ähnlich „getickt“ haben werden wie heutige Herrscher. So fremdartig das alte Ägypten uns ist — ich bin davon überzeugt, dass ein Zeitreisender, der etwa in die Zeit von Sethos I. zurückkehren könnte, feststellen würde, dass Manches wiederum genauso läuft wie heutzutage. Die Politik etwa.

Es wird Dich sicher nicht überraschen, dass ich vorhabe, auf Zeitreise zu gehen. In Der Osiris-Punkt entdeckt Theo Magenheim einen Papyrus, der es in sich hat, denn sein Verfasser ist der Wesir Pentu, der Pharao Sethos I. über dessen Tod hinaus treu diente. (Hier geht es los mit der Vermischung von Fiktion und Realität.) Pentu, das wird sich in den folgenden Amduat-Romanen zeigen, hat sehr genau registriert, was am Hof des Pharaos vor sich ging, und hat alles aufgezeichnet. Er weiß, dass Ägypten schwierige Zeiten bevorstehen, wenn es Sethos nicht gelingt, den Ehrgeiz der Hohepriester des Amun einzudämmen. Äußere Feinde sind nichts gegen das, was Ägypten aus dem Inneren droht. Pentu ist ein Chronist, und sein Papyrus ist eine Art Wegweiser ins alte Ägypten. Theo folgt ihm — und wird davon verändert. Denn Reisen bildet. Noch so ein Spruch.

Mehr Info über Der Osiris-Punkt –> HIER.

Mehr Info über Der hölzerne Pharao –> HIER.

Über die Folgeromane Drovettis Tagebuch, Das fünfte Grab und Der Jenseitsraum gibt zum Zeitpunkt der Aktualisierung dieses Artikels (April 2017) noch nicht viel Interessantes zu berichten.

Ob das alles so klappt — und vor allem, wann es klappt –, hängt von vielen Faktoren ab. Auf manche davon habe ich keinen Einfluss. Etwa darauf nicht, ob mir mein Brotjob Zeit genug zum Schreiben lässt. Außerdem ist die Inspiration ein flüchtiges Phänomen. Es gibt Tage, Wochen und sogar Monate, in denen ich nicht schreiben kann. Jeder Autor kennt dieses Phänomen, das wie ein Naturgesetz ist.

Publikationen am Rande

Ich lege Dir die Text-Kategorie Amduat links oben auf der Ybersinn-Startseite ans Herz gelegt. Dort sind alle Artikel aufgelistet, die mit Der Osiris-Punkt und seinen Fortsetzungen zu tun haben.

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Von Lutz Büge stammen diese Bücher und E-Books:

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