Mein Osiris-Logbuch: „Der Osiris-Punkt“ wurde überarbeitet

Willkommen in meinem Osiris-Tagebuch!

Die Grafik rechts zeigt die ägyptische Göttin Maat. Sie hat „Ankh“ in der Hand, die Hieroglyphe für „Leben“. Die Göttin steht für ein zentrales Prinzip der altägyptischen Religion: die Wahrung und Mehrung des Bestehenden. Pharao war gut beraten, dieser göttlichen Forderung zu  genügen, denn nach seinem Tod wiegt Maat sein Herz  gegen eine Feder auf, um seine Verdienste um dieses  Prinzip zu bewerten. Davon hängt ab, ob er in das Leben nach dem Tod eintreten darf.

Wäre sowas nicht auch für uns sinnvoll, die wir heute leben? Auch wenn wir vielleicht nicht so religiös sind wie die Menschen im alten Ägypten – kümmern sich unsere Politikerinnen und Politiker angemessen um die Wahrung und Mehrung des Bestehenden?

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Mein Osiris-Logbuch: „Der Osiris-Punkt“ wurde überarbeitet

Was für ein Schreck!, wirst Du jetzt vielleicht denken. Nein, keine Sorge: Es gibt keine großen Änderungen an den Abenteuern des Archäologen Theo Magenheim im ägyptischen Abydos, um die dieser Roman vor allem kreist. Ich war beim Wieder-Lesen meines eigenen Romans hier und da selbst ein wenig überrascht: Das habe ich geschrieben? Vor zehn Jahren? Ohne mich selbst loben zu wollen: Ich habe mich gut unterhalten.

Es geht in Der Osiris-Punkt um einen alten Papyrus, der zufällig bei Drainage-Arbeiten im Hinterhof des Sethos-Tempels von Abydos gefunden wird. Wie der Zufall es will, ist Theo Magenheim zur Stelle, ein Lebenskünstler, der vom alten Ägypten fasziniert ist, aber durchaus auch schon als Barkeeper gearbeitet hat. Im Hotel Osiris hier in Abydos hilft er dabei, den Betrieb zu schmeißen. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich eher schlecht als recht, indem er Touristen durch den Sethos-Tempel führt. Daher ist es eigentlich nicht ganz richtig, von Zufall zu sprechen, als Theo im entscheidenden Moment zur Stelle ist, denn der Tempel ist nun mal sein Arbeitsplatz. Zufall ist eher, dass gerade niemand präsent ist, der Entscheidungen angesichts des auffälligen Fundes treffen könnte. Das übernimmt Theo kurzentschlossen und setzt damit eine Entwicklung in Gang, die ihn in lebensgefährliche Situationen bringen wird.

Die Grafik oben, die von Isabella V. Galanty kreiert wurde, zeigt die monumentale Fassade dieses außergewöhnlichen altägyptischen Tempels. Sie ist auch Teil des E-Book-Covers von Der Osiris-Punkt. Bisschen düster im lichtdurchfluteten Ägypten? Nun ja, dieser Tempel birgt ein Geheimnis, und auf das ist Theo gestoßen. Wird er das Dunkel lichten?

Der Osiris-Punkt
Bisher nur erhältlich als E-Book

Ich habe nun ein paar Änderungen an dem Roman vorgenommen habe, so dass er – vielleicht im Jahr 2022 – leicht überarbeitet als gedrucktes Buch erscheinen kann. Um es kurz zu machen: Diese Änderungen sind nicht ganz unwichtig, aber zugleich nicht gravierend. Jedenfalls nicht, wenn man nur diesen Roman betrachtet. Für die Folgeromane ergeben sich durchaus Wirkungen.

Die gravierendste Neuerung ist sicherlich, dass die gesamte Romanhandlung ein Jahr vorverlegt wurde. Sie spielt jetzt zwischen dem 2. März und dem 3. April 2013. Daran wird sich gewiss niemand stören. Zu dieser Zeit geht Ahmed Nur-ed-Din, der Schurke im Roman, noch davon aus, dass die islamistische Regierung in Kairo fest im Sattel sitzt. Sein Chef, Bernard Tedritov, muss skeptischer sein. Er ist stellvertretender Direktor der ägyptischen Altertümerverwaltung, einer mächtigen Behörde, und verfolgt eigene Pläne. Du kannst davon ausgehen, dass er alle politischen Entwicklungen in Kairo mit Argusaugen verfolgt. Auch er kann nicht wissen, wann die islamistische Regierung stürzen wird, aber er stellt sich darauf ein, dass es früher oder später so weit kommen wird. Wenn die Änderung in der Zeitschiene für Der Osiris-Punkt also noch kaum Bedeutung hat, wird das in Der hölzerne Pharao, der Fortsetzung, schon ganz anders aussehen.

Eine andere Änderung am bisherigen Osiris-Punkt hat ebenfalls weitreichende Bedeutung. Theo Magenheim mag zwar leichtfüßig in sein Abenteuer hineinstolpern, aber ganz so einfach ist die Angelegenheit dann doch nicht. Als Gegner von Nur-ed-Din und Tedritov agieren zwei reiche Männer: William Edward Francis Lord of Carnavaughn und sein Sohn Charles. Sie präsentieren sich als Mäzene und Förderer der Wissenschaft, aber als Theo auf ihrem Schachbrett erscheint, zeigen sie sich in der überarbeiteten Fassung des Romans deutlich kaltblütiger als in der Fassung von 2013: Sie wägen genau ab, welchen Nutzen sie davon haben, ein hübsches Gesicht wie das des jungen Magenheim in den Vordergrund und damit auch in die Medien zu schieben. Englische Lords haben ja quasi von Natur aus ein eher problematisches Verhältnis zu den Medien.

Im nächsten Osiris-Logbuch werde ich diese Zusätze bzw. Änderungen an der Handlung veröffentlichen, damit Du sie nachlesen kannst. Denn ich überarbeite diesen Romans nicht, um mit einer neuen Version Geld zu verdienen, sondern um den ganzen Romanzyklus stimmig zu machen. Natürlich wird es diese überarbeitete Version sein, die ins gedruckte Buch findet. Die E-Book-Version wird beizeiten aktualisiert. Wann und wie das passiert, das werde ich ebenfalls im Osiris-Logbuch berichten.

Naoned!