Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Virenkrieg

Roman-Zyklus von Lutz Büge

McWeir – Virenkrieg V

Biowaffen, Geheimorganisationen
und einsame Entscheidungen –
die Menschheit am Rand ihrer Auslöschung.

„Ein Zukunftsthriller,
der erschreckend real erscheint.“

Maren Bonacker über „Virenkrieg“ im
Börsenblatt des deutschen Buchhandels (19/2020)

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Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Unsere Welt verändert sich in hohem Tempo. Im Großen wie im Kleinen. Ein umfassender Klimawandel bedroht unsere Lebensgrundlagen. China wird zur Weltmacht. Terror breitet sich aus, islamistischer und rechtsextremer. Eine den ganzen Globus umfassende Pandemie nutzt die Schwächen unserer Lebensweise und hat bereits mehr als zwei Millionen Menschenleben gekostet. Globalisierung und Freihandel stehen infrage. Wir in Deutschland sind gewohnt, in Krisenzeiten zunächst über den großen Teich zu sehen: Wie verhalten sich die USA? Die Weltmacht bot stets Orientierung. Sie verfolgte immer ihre eigenen Interessen, die aber oft mit den deutschen Interessen zu vereinbaren waren. Die Schnittmenge war groß genug für ein Bündnis unserer Länder. Das ist inzwischen nicht mehr so.

Virenkrieg-Autor Lutz Büge
schreibt auf Ybersinn.de über
die Hintergründe seines Romanzyklus.

Als ich meine Virenkrieg-Romane zu schreiben begann, war ein Donald Trump als US-Präsident noch undenkbar, und dass ein US-Präsident namens George W. Bush die USA und ihre „Koalition der Willigen“ in einen großen völkerrechtswidrigen Krieg führen könnte, hätten die meisten Zeitgenossen wohl bestritten. Trotzdem habe ich schon in dieser frühen Version meiner Romane, die nicht veröffentlicht wurden, ein Bild von der Weltmacht gezeichnet, das von Verunsicherung geprägt ist: So martialisch die USA nach außen aufzutreten imstande sind, so labil sind sie im inneren Gefüge. Ich bin kein Orakel, aber ich hatte wohl nicht ganz unrecht.

Im Virenkrieg gibt es mehrere Kipppunkte, welche die USA in dieser fiktiven Zukunft mit ihrer Verunsicherung konfrontieren. (Die Romane spielen überwiegend in den Jahren 2024 und 2025.)  Da wäre im ersten der fünf Romane die Entführung der Queen Mary 2 durch, wie es scheint, islamistische Terroristen. Die USA werden dieser Krise nicht Herr, ihre Führung versagt. Zugleich werden die USA bei einem Tribunal, das die Entführer des Schiffes an Bord inszenieren, zahlreicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstöße gegen das Völkerrecht überführt – ein Trauma. In Skylla – Virenkrieg II richtet sich die technologische Überlegenheit auf dem Feld der Biowaffen erstmals gegen die USA. In Incubus – Virenkrieg III sind die USA nicht imstande, die Position von Al-Isra in Erfahrung zu bringen, eines bedeutenden Stützpunkts der Islamischen Allianz. In Evan – Virenkrieg IV, geschrieben im Jahr 2019, wird Washington Schauplatz eines versuchten Staatsstreichs. Wie gesagt, ich bin kein Orakel, aber am 6. Januar 2021 musste ich daran denken. Und in McWeir – Virenkrieg V gibt es einen gigantischen Blowback – gewissermaßen die Quittung für jahrzehntelanges Großmachtgehabe, das lediglich darauf ausgerichtet war, eigene Interessen durchzusetzen unter Missachtung der Interessen anderer. (Zum Thema Blowback demnächst mehr.)

Die USA der Romanwirklichkeit und die USA unserer Realität sind nicht mehr die USA, die zwei Weltkriege im Sinne von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit entschieden haben. Sowohl im Roman als auch in der Realität haben sie ihren Leuchtturmcharakter verloren und sind diskreditiert. Sie können sich noch auf ihre militärische und wirtschaftliche Kraft berufen, aber das allein genügt nicht, um sie zum Leitbild und Leitstaat der freien Welt zu machen. Auch China besitzt militärische und wirtschaftliche Kraft und versucht, im Wettstreit der Systeme durch seinen Erfolg zu belegen, dass sein System dem der freien Welt überlegen ist. Eine isolationistische USA, die sich praktisch nur der Durchsetzung der eigenen Interessen verpflichtet fühlt, unterscheidet sich in der Außenwirkung kaum von China oder auch Russland. Denn dies sind Länder, die von ihren Nachbarn eher gefürchtet als bewundert werden, mit jeweils guten Gründen.

Der Stern namens USA verblasst. In meinen Romanen und in der Realität. Wir werden sehen, ob es dem neuen US-Präsidenten Joe Biden gelingt, ihn vor dem Verglühen zu bewahren. Es wäre uns allen zu wünschen, denn wir brauchen einen Sympathieträger, der Werte wie Freiheitlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und das Bekenntnis zu Menschenrechten glaubhaft verkörpern kann. Was Menschenrechte betrifft, gab es zwar spätestens seit Vietnam berechtigte Zweifel an der Strahlkraft der USA. Doch dasselbe Land, das diese Verbrechen begangen hatte, entwickelte auch die Antwort darauf und veränderte unter der Überschrift „1968“ die westliche Welt. Heute sehen wir das Gegenteil, wenn ein rechtsradikaler Mob in Washington das Kapitol plündert.

Die Entfremdung hat ihre Wurzeln in einer US-Bewegung namens Neo-Konservatismus, die in den 1970er und -80er Jahren entstand und stark religiös geprägt ist. Sie hat die politischen Leitlinien verschoben. So erklärt sich auch der bisherige Einfluss der Evangelikalen – also christlicher Fundamentalisten – auf die Innenpolitik der USA. Diese Bewegung schuf sich Anfang des neuen Jahrtausends ein Sprachrohr in der „Tea Party“ innerhalb der Partei der Republikaner. Das – vorläufige – Ergebnis dieses Einflusses war die Präsidentschaft von Donald Trump, einem Mann, der das Gegenteil dessen ist, was wir uns unter einem Politiker vorstellen, dem wir vertrauen wollen und vielleicht auch können. Trump hat gelogen, wann immer es ihm nützlich war, und das hat ihm tatsächlich genützt. Seine Wählerinnen und Wähler hat das nicht abgestoßen, sondern angezogen, denn tatsächlich hat Trump bei seiner Wahliniederlage 2020 wesentlich mehr Stimmen bekommen als jemals ein Unterlegener in einem US-Präsidentschaftswahlkampf.

Diese Stimmen sind ein weiteres Indiz dafür, dass die USA sich im Niedergang befinden – wenn nicht wirtschaftlich und militärisch, dann doch politisch und moralisch. Und vor allem Letzteres macht ihre Strahlkraft aus. Wenn so viele Millionen Menschen einen Lügner wählen, auch wenn dies in freier Wahl geschieht, ist das Land nicht mehr weit weg von Staaten wie China und Russland, die von Autokraten regiert werden, um nicht zu sagen: von Diktatoren.

Derzeit sind die USA kein Leuchtturm der westlichen Werte. Ihr Beispiel wirkt eher abschreckend auf andere Demokratien. Was soll kommen, falls das amerikanische Jahrhundert demnächst endet?

In zwei Wochen:

Das Virenkrieg-Finale – Eine Übersicht

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