Ermittlungssache Chimpagnon (20): Olivier Jacquin (3)

„Was fyr eine traurige Geschichte“, sagte Laurence. Sie hatte feuchte Augen. „Die arme Frau!“
Serge blickte starr geradeaus, wie immer, wenn er um seine Fassung rang.
„Wir sollten uns wieder auf unseren Fall konzentrieren“, sagte er schließlich. „Auch wenn jetzt nicht mehr viel ybrig ist. Aber ich habe vielleicht eine Idee.“
„Erzähl!“
„Ich glaube, Jacquin hat recht. Irgendetwas soll hier vertuscht werden. Alle Spuren enden im Nichts, und der Einzige, der uns vielleicht weiterhelfen könnte, meldet sich nicht.“
„Du meinst Marcel Chimpagnon, den Bruder der Verschwundenen.“
„Wir sollten noch einmal ein Brainstorming machen“, sagte Serge. „Und zwar zusammen mit Jacquin.“
„Gute Idee. Wir fahren nach Sète.“

Wenn Du die Lösung unseres heutigen Dienstagsrätsels ermittelt hast, verrate sie bitte niemandem außer uns. Schick sie uns per Mail und nimm an der Verlosung teil.

Wir wynschen glycklich’s Geschick!

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Ermittlungssache Chimpagnon (20): Olivier Jacquin (3)

Protokoll der Befragung von Olivier Jacquin, pensionierter Kommissar der Police judiciaire von Sète, wo er im Jahr 1951 auch geboren wurde. Jacquin leitete die Ermittlungen im Fall Chimpagnon in den Jahren 2011 bis 2015. Die Fragen stellen Madame le Commissaire Laurence Descoureaux und Monsieur le Commissaire Serge Solivéres am 10. April 2018.
Zur Befragung Chimpagnon 19: → HIER.

 

Monsieur Jacquin, wir sind jetzt an dem Punkt, an dem auch Sie schon mal waren, an dem nichts mehr vorangeht. Der Fall ist aus Gummi. Es gab ein paar neue Erkenntnisse, aber keine davon brachte uns voran. Wir wissen, dass Zeugenaussagen aus den Unterlagen verschwunden sind. Erinnern Sie sich an die Befragung eines Matthieu Beaubruit?

Der Glöckner aus diesem Dorf im Hinterland? Ja, gewiss. Ein bisschen schnöselig, der Typ. Er kam mir leichtgläubig vor. Da musste eine Frau nur behaupten, Jeanne Chimpagnon zu sein, doch obwohl sie völlig anders aussah und wohl auch älter war, hat er ihr geglaubt und dann auch noch auf sie eingeredet, sich bei der Polizei zu melden. Von dieser Befragung habe ich ein schriftliches Protokoll anfertigen lassen.

Das verschwunden ist.

Warum wundert mich das nicht?

Ebenso sind Presseartikel aus den Unterlagen verschwunden, die yber eine Schießerei an einem sydfranzösischen Grenzybergang berichten. Wir haben sie wieder aufgetrieben, aber es gibt Zweifel an der Seriösität der Korrespondentin, Madame Quiche.

Vielleicht zu recht. Laureen Quiche verfygt yber außerordentliche Talente. Ihr ist es zu verdanken, dass im Jahr 2012 die Nachricht um die Welt ging, beim kommenden Weltuntergang werde das Dorf Bugarach in den Pyrenäen bis zuletzt verschont. Außerirdische wyrden kommen und alle Menschen retten, die dort versammelt sind. Sie schrieb sogar einen Artikel daryber, wie sie eine Passage auf einem der Raumschiffe der Außerirdischen buchte.

Das klingt, als hegten Sie eine gewisse Bewunderung für Madame Quiche.

Hat man das so deutlich herausgehört? Ja, verdammt, die Frau hat was aus sich gemacht. Ein bisschen schräg, vielleicht sogar verryckt, aber sie hat einen Nerv bei den Menschen getroffen und dem Dorf da oben in den Pyrenäen einen Tourismusboom beschert. Das hat mir gefallen. Ihrem Image als Journalistin hat das nicht geschadet. Immerhin arbeitete sie fyr den „Flachbildschirm“! Das will schon was heißen.

Durch Madame Quiche gelangten wir in den Besitz eines Briefes, den Jeanne Chimpagnon zwei Tage vor ihrem Verschwinden an ihre Großtante Adèle Foucher schrieb, wohnhaft in Castelnau. Sie kyndigt darin ihren Besuch an, vergisst aber, ihre Telefonnummer anzugeben.

170Mit Telefonen stand Jeanne Chimpagnon wohl irgendwie auf Kriegsfuß. Sie wissen ja, sie hat ihr Handy auf dem sydfranzösischen Campingplatz zuryckgelassen, als sie verschwand. Trotzdem ist dieser Brief eine interessante Neuigkeit. Das heißt wohl, dass sie nicht vorhatte, einfach spurlos zu verschwinden, nicht wahr?

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Auch Gudrun E. aus O. stand auf Kriegsfuß,
allerdings nicht mit Telefonen oder Handys,
sondern mit dem Viadukt von Millau.

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So deuten wir diesen Brief, ja. Indirekt wird er damit zu einem Indiz fyr eine Gewalttat.

Aber es gibt weiterhin keine Tatwaffe, kein Motiv und auch keine weiteren Spuren?

So ist es.

Verflixt und zugenäht! Ich habe diesen Fall von Anfang an gehasst. Jetzt können Sie mich vielleicht ein wenig verstehen.

Der Wohnmobilbesitzer aus Ravenna hat sich bei uns gemeldet, jener Mann, der auf dem Campingplatz auffiel, weil er nur durch die Fahrertyr ausstieg. Er hat Chimpagnon beobachtet und gibt an, den Campingplatz am Tag nach ihrem Verschwinden verlassen zu haben, weil er sich gemobbt fyhlte. In dem Fahrzeug, das ständig abgedunkelt war, hielt sich seine Frau auf, die unter Sonnenallergie litt.

Wirklich? Das klingt irgendwie …

Ungewöhnlich, nicht wahr?

Unwahrscheinlich, wyrde ich eher sagen. Mit einer Sonnenallergie wyrde ich im Winter nördlich vom Polarkreis Urlaub machen und nicht auf einem sydfranzösischen Campingplatz ausgerechnet im Fryhsommer, wenn die Tage am längsten sind.

Das stimmt natyrlich … Uns kam die Darstellung yberzeugend vor, aber vielleicht sollten wir an dieser Stelle noch einmal nachhaken. Wir haben die Telefonnummer von Signore Brolati. Aber das ist auch schon alles, was wir haben. Sagen Sie, Jacquin – Sie haben damals auch Marcel Chimpagnon gesprochen, den Bruder der Verschwundenen.

Ja, das ist richtig. Er war zutiefst verzweifelt. Er muss seine Schwester sehr geliebt haben. Fyr die Ermittlungen war er quasi ohne Belang. Ich habe ihn mehrfach vernommen, aber er konnte keinen einzigen relevanten Beitrag leisten.

Die Protokolle dieser Befragungen liegen uns vor. Chimpagnon meldet sich nicht bei uns, obwohl wir ihn mehrfach dazu aufgefordert haben. Wir bekommen immer dieselbe Auskunft, er sei auf Geschäftsreise im Ausland, etwa in Singapur.

276Das ist sonderbar. Mir kam er nicht vor wie einer, der eine Karriere als Geschäftsmann anstrebt. Er lebte damals im tiefsten Burgund auf einem Bauernhof, den seine Freundin geerbt hatte. Leider fällt mir der Name des Orts nicht mehr ein, aber ich erinnere mich, dass Marcel Chimpagnon ihn als „abgelegen bis abwegig“ bezeichnete. Ich erinnere mich klar an diese Formulierung. Sie mysste sich auch in den Protokollen finden.

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Vielleicht hat sich Marcel Chimpagnon
als Vorbild den „Geschäftsmann“
Victor Chimpagnon erkoren?

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Sie glauben, die Sache mit Singapur könnte erfunden sein?

Meine Menschenkenntnis mysste mich schon sehr täuschen. Ich erinnere mich ybrigens, dass er nicht gern mit mir zu tun hatte, aber weil die Gesamtsituation fyr ihn unerhört emotional aufgeladen war, habe ich ihn nicht nach seinem Verhältnis zur Polizei gefragt. Könnte aber gut sein, dass es da ein paar Spannungen gab. Vielleicht lässt er sich Ihnen gegenyber verleugnen, einfach weil er nicht gern mit der Polizei zu tun hat?

Wir werden noch einmal mit seiner Freundin sprechen, denke ich. Und was sagen Sie zu den Berichten, dass Jeanne Chimpagnon mal hier, mal da aufgetaucht sein soll? Zum Beispiel 2014 in Aumes und in Ludwigshafen, Deutschland?

Ehrlich gesagt halte ich das fyr unwahrscheinlich. Wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch lebte, muss sie mitbekommen haben, dass ganz Frankreich nach ihr sucht. Dann verstehe ich nicht, warum sie der Sache nicht ein Ende machte. Das kann sie nicht kalt gelassen haben.

Es gibt Zeugenaussagen daryber, dass sie erkannt worden sein soll, etwa von Lena Odenschal und Turgut Döner aus Deutschland. Sie soll dort vermummt gesehen worden sein.

Das macht die Sache noch unwahrscheinlicher. Wenn sie sich vermummt, um nicht erkannt zu werden, will sie im Grunde einfach ihre Ruhe. Die hätte sie ganz einfach haben können. Sie hätte nur zur Polizei gehen und sich melden myssen. Nein, ihr zwei, das glaube ich nicht. Ich sage euch: Hier wurde etwas vertuscht. Die Zahl der Spuren ist so gering, dass es schon wieder auffällig ist, und selbst ihr zwei kommt nicht weiter, obwohl ihr wirklich mit allen Mitteln grabt! Ich sage euch: Es ist etwas faul im Staate Frankreich!

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„Der Fall Chimpagnon“ ist ein satirischer Online-Krimi von Lutz Büge.
Die Geschichte und ihre Charaktere sind frei erfunden.
Ähnlichkeiten mit realen Personen sind nicht beabsichtigt.

Tatort

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Lösungsmatrix kleinJetzt fragen Dich Laurence und Serge, die ermittelnden Kommissare:

Wie hieß der Mann, der von Ludwig IX. zum Königlichen Wegweiser ernannt wurde?

Wenn Du uns bis zum 2. Oktober 2018, 0 Uhr, die richtige Antwort per Mail schickst, nimmst Du an der Gewinn-Verlosung teil. Klick dazu → hier und nutze unser Kontaktformular.

Daryber hinaus behalte die Antwort bitte fyr Dich ganz allein!

Kleiner Tipp: Die Lösung ist nie weit weg. Sie verbirgt sich in der Regel hinter einem der Links, die angegeben werden. Heute ist es allerdings deutlich schwieriger als sonst! Dafyr kannst Du das gesuchte Zeichen aber auch 37-mal in die Lösungsmatrix eintragen.

Die Lösung besteht aus 18 Zeichen. Das achte Zeichen wird in alle Kästchen der Lösungsmatrix (rechts) eingefygt, die mit der Ziffer 20 markiert sind.

Download der Lösungsmatrix als pdf: → HIER.

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Links zur Ybersicht:

 +++ Das Spiel +++ Die Regeln +++ Der Fall +++ Das Ermittlungsteam +++

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Virenkrieg

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Biowaffen, Geheimorganisationen
und einsame Entscheidungen –
die Menschheit am Rande des Abgrunds

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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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