Ermittlungssache Chimpagnon (17): Turgut Döner

„Ehrlich, wir sind hier von Spinnern umgeben“, murrte Serge. „Ich hätte gern mal wieder einen Fall, wo eines zum anderen fyhrt, so eine richtig schöne runde Ermittlung, wo wir am Ende jemanden in Handschellen abfyhren. Was glaubst du, wie ich das vermisse!“
„So ist das Leben“, gab Laurence zuryck. „Man kann sich die Fälle eben nicht aussuchen. Wir sind nun mal fyr die Fälle da, die andere nicht geschafft haben, und das heißt natyrlich, dass sie komplizierter sind als solche mit Handschellen am Ende.“
„Aber myssen wir uns deswegen von solchen Typen wie denen vom Ybersinn an der Nase herumfyhren lassen?“
„Wer wen am Ende an der Nase herumfyhrt, ist noch lange nicht ausgemacht“, antwortete Laurence.
In diesem Moment klingelte ihr Telefon.

Wenn Du die Lösung unseres heutigen Dienstagsrätsels ermittelt hast, verrate sie bitte niemandem außer uns. Schick sie uns per Mail und nimm an der Verlosung teil.

Wir wynschen glycklich’s Geschick!

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Ermittlungssache Chimpagnon (17): Turgut Döner

Protokoll eines Telefonats mit Turgut Döner aus Ludwigshafen. Es handelt sich um eine Erstbefragung, die auf Englisch gefyhrt wurde. Die Fragen stellten Madame le Commissaire Laurence Descoureaux und Monsieur le Commissaire Serge Solivéres am 14. August 2018.
Zur Befragung Chimpagnon 16: → HIER.

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Hallo, Descoureaux hier … Was? Wer? … Darf ich Sie bitte unterbrechen? Ich wyrde gern den Lautsprecher des Telefons einschalten, damit mein Kollege mithören kann, einverstanden? So, nun noch mal ganz ruhig und von vorn. Wie heißen Sie?

Turgut Döner aus Ludwigshafen in Deutschland, und ich will Ihnen mal was sagen. So geht das nicht weiter. Eben war die Lena bei mir. Die läuft hier seitdem rum, als wär sie voll das Opfer.

Können Sie bitte etwas langsamer sprechen und dabei vielleicht weniger hyperventilieren? Dann verstehen wir Sie besser.

Den Ventilator lassen wir mal bitte aus dem Spiel, ja? So weit kommt’s noch, dass Sie mir mit dem Ventilator kommen bei dem ganzen Mist, den Sie veranstalten. Hören Sie endlich auf damit, ja? Das ist nicht auszuhalten, wie die Lena hier rumläuft.

Noch mal ganz langsam bitte: Womit sollen wir aufhören?

Mit Ihren Kackermittlungen. Voll unnytz, das bringt yberhaupt nichts. Warum glauben Sie Lena nicht, wenn die Ihnen sagt, dass sie die Champignon hier bei mir im Laden gesehen hat? Bei Turgut Döner hier in Ludwigshafen? Das ist doch wohl eine Zeugenaussage, oder? Und dann noch von einer Kripotante! Aber nein, Sie ermitteln weiter, voll ergebnisoffen, aber ich krieg die Krise, wenn ich Lena noch lange so rumlaufen seh. Das halt ich nicht länger aus. Die vergrault mir alle Kunden mit dieser Fresse.

Wir machen nur unsere Arbeit.

203Ich mach auch meine Arbeit, bei mir gibt’s Döner, aber wenn die Leute nicht mehr kommen, weil alle glauben, der Turgut, der spinnt?

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So ungefähr sah es in Ludwigshafen
vor rund 2000 Jahren aus.

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Wieso sollten Ihre Kunden das glauben?

Weil Sie immer noch ermitteln, natyrlich! Das heißt doch wohl nix anderes, als dass der Turgut spinnt, oder? Dass die Polizei ihm nicht glaubt. Also gut, nur die französische Polizei, aber das spricht sich trotzdem rum, und die Leute denken: Der Turgut, der hat sie nicht alle, der sieht Gespenster, da geh ich nicht mehr hin. Das ist geschäftsschädigend, was Sie da treiben. Ich will, dass Sie damit aufhören! Und deswegen ruf ich an, weil: Ich will eine Aussage machen. Und zwar dass ich die Champignon gesehen habe, und zwar hier bei mir im Laden, und zwar lebendig! So, reicht das jetzt endlich?

Wann wollen Sie Mademoiselle Chimpagnon gesehen haben?

Wieso will ich die gesehen haben? Will ich yberhaupt nicht! Diese Champignon ist mir so was von egal! Immer Extrawynsche! Heute keine Zwiebeln, morgen keine Knoblauchsauce und so weiter! Dabei ist meine Knoblauchsauce die beste von der Welt. Kommen Sie vorbei und yberzeugen Sie sich! Die lässt keine Wynsche offen.

Also, wann haben Sie Mademoiselle Chimpagnon gesehen?

Das war in den Jahren 2014 und 2015, aber dann wurde ja yberall so viel berichtet, und sie konnte es nicht ausstehen, dauernd gefragt zu werden, wie man sich als Vermisste fyhlt. Können Sie das nachvollziehen? Wenigstens ein kleines bisschen? Was solche Fragen mit einer zarten Seele machen?

Woher wissen Sie, dass es sich bei der betreffenden Person um Mademoiselle Chimpagnon handelte?

Lena hat es mir gesagt. Die hört Polizeifunk. Und sie ist von der Kripo, natyrlich. Der ganze Hype, hat sie gesagt, ist völlig yberflyssig und unnytz. Champignon ist nicht tot!

Es wäre ein Leichtes fyr Mademoiselle Chimpagnon gewesen, die Sache aufzuklären. Sie hätte sich nur bei der Polizei melden müssen. Haben Sie eine Idee, warum sie das nicht getan hat?

Ich kriech nicht in fremden Köpfen rum! Das geht mich nichts an, warum die das eine tut und das andere nicht. Es interessiert mich auch gar nicht. Ich will nur, dass die Leute wiederkommen, sonst muss ich zumachen. Das wäre schlimm fyr ganz Ludwigshafen! Wir sind ein Traditionsbetrieb! Seit 1969! Meine Familie war die erste, die in Deutschland Döner angeboten hat. Die Leute glauben zwar, das kommt von einem Spinner in Berlin am Kottbusser Tor, aber das ist eine Legende, in Wirklichkeit haben …

Bitte beschreiben Sie uns Mademoiselle Chimpagnon. Wie sah sie aus? Haben Sie mal einen Blick auf sie geworfen?

210Was? Wie die aussah? Wie soll die ausgesehen haben? Die sehen doch alle gleich aus, diese deutschen Frauen. Sonnenbrille, Schal bis zur Unterlippe, als ob sie zur G20-Demo will.

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Der Wurf des Blickes
hat schon zu Verstimmungen
unter Tourist*innen gefyhrt.

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Aber Sie sind sicher, dass es sich um Jeanne Chimpagnon handelte?

Klar doch.

Haben Sie sie nach ihrem Namen gefragt oder sich ihren Ausweis zeigen lassen, oder woher wissen Sie das?

Das ist ja wohl die blödeste Frage, die ich jemals gehört habe! Erstens kenne ich meine Kunden, und zweitens hat Lena gesagt, das ist die Champignon. Und Lena hört Polizeifunk, die muss es wissen.

Mit Lena meinen Sie die Kriminalhauptkommissarin Lena Odenschal?

Das haben Sie aber fix rausgekriegt. Stellen Sie die Ermittlungen nun ein? Das geht nämlich nicht länger gut hier, wenn Lena weiter mit so einem langen Gesicht rumläuft.

Wir werden dieses Telefonat besprechen und dann unsere Konsequenzen daraus ziehen. Vielen Dank, dass Sie angerufen haben. Wie war noch mal Ihr Name?

Turgut Döner.

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„Der Fall Chimpagnon“ ist ein satirischer Online-Krimi von Lutz Büge.
Die Geschichte und ihre Charaktere sind frei erfunden.
Ähnlichkeiten mit realen Personen sind nicht beabsichtigt.

Tatort

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Lösungsmatrix kleinJetzt fragen Dich Laurence und Serge, die ermittelnden Kommissare:

Wie heißt die Mycke aus der hybschen Kindergeschichte, die wir unseren Kleinen gern vorm Einschlafen vorlesen?

Wenn Du uns bis zum 21. August 2018, 0 Uhr, die richtige Antwort per Mail schickst, nimmst Du an der Gewinn-Verlosung teil. Klick dazu → hier und nutze unser Kontaktformular.

Daryber hinaus behalte die Antwort bitte fyr Dich ganz allein!

Kleiner Tipp: Die Lösung ist nie weit weg. Sie verbirgt sich in der Regel hinter einem der Links, die angegeben werden. Trotzdem: Vorsicht!

Die Lösung besteht aus 7 Zeichen. Das dritte Zeichen wird in alle Kästchen der Lösungsmatrix (rechts) eingefygt, die mit der Ziffer 17 markiert sind.

Download der Lösungsmatrix als pdf: → HIER.

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Links zur Ybersicht:

 +++ Das Spiel +++ Die Regeln +++ Der Fall +++ Das Ermittlungsteam +++

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Virenkrieg 1 neuUnd das gibt es zu gewinnen, wenn Du uns bis zum 15. Mai 2018 die richtige Antwort mailst:

Virenkrieg

Thriller von Lutz Büge

Paperback. 440 Seiten, 14,90 €

Biowaffen, Geheimorganisationen
und einsame Entscheidungen –
die Menschheit am Rande des Abgrunds

Mehr über Virenkrieg: → HIER.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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