Ermittlungssache Chimpagnon (15): Der Brief / Thierry Laurent

„Dieser Fall wird immer sonderbarer“, sagte Serge. „Oder was sagst du zu dieser Häufung von Typen, die offenbar nicht ganz dicht sind?“
„Das ist wirklich sehr auffällig“, antwortete Laurence. „Zumal Madame Quiche als seriöse Journalistin gilt, obwohl sie an Außerirdische zu glauben scheint. Erinnerst Du Dich an den Hype von 2012?“
„Du meinst den Weltuntergang wegen der Maya-Prophezeiung? Da fällt mir ein, dass eine Ortschaft in den Pyrenäen vom Untergang ausgenommen sein sollte. Quiche hat daryber berichtet!“
„Du meinst Bugarach? Ja, das liegt dort im Syden. Du kannst aber dein Jackett gleich wieder anziehen. Wir haben einen Termin im Forensischen Institut.“

Wenn Du die Lösung unseres heutigen Dienstagsrätsels ermittelt hast, verrate sie bitte niemandem außer uns. Schick sie uns per Mail und nimm an der Verlosung teil.

Wir wynschen glycklich’s Geschick!

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Ermittlungssache Chimpagnon (15): Der Brief / Thierry Laurent

Untersuchung eines neu aufgetauchten Beweisstyckes, eines Briefes, der handschriftlich von Jeanne Chimpagnon verfasst wurde und der seine Adressatin, Chimpagnons Großtante Adèle Foucher, erst dreieinhalb Jahre später erreichte. Die Grynde dafyr sind ungeklärt. Der Brief ist auf den 7. Juni 2011 datiert und trägt Chimpagnons Unterschrift. Madame le Commissaire Laurence Descoureaux und Monsieur le Commissaire Serge Solivéres vom Dezernat fyr ungelöste Altfälle in Malemort-sur-Corrèze unterhalten sich daryber mit dem Forensiker Thierry Laurent am 17. Juli 2018.
Zur Befragung Chimpagnon 14: → HIER.

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Euer hässliches kleines Baby hat mich ganz schön in Atem gehalten. Ihr seid mir was schuldig.

Dafyr, dass du deine Arbeit machst?

In einem aussichtslosen Altfall! Das bitte ich doch zu berycksichtigen. Ich verschwende meine Arbeitskraft nur ungern. Nur weil ihr es seid!

Sehr freundlich. Und was hast Du gefunden?

Platzhalter Brief originalDieser Brief hat mir einiges Kopfzerbrechen bereitet. Wie Ihr seht, ist er schlecht erhalten. Mindestens zweimal wurden Flyssigkeiten daryber ausgegossen, vermutlich versehentlich. Einmal Tee und einmal Rotwein. Die Schrift hat schwer darunter gelitten und ist zum größten Teil nicht mehr lesbar. Immerhin konnte ich herausfinden, dass Jeanne Chimpagnon tatsächlich die Autorin ist. Ich habe einen Abgleich der Handschriften gemacht.

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Das Original vor der
kriminaltechnischen Untersuchung.

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Das Datum ist korrekt, der 7. Juni 2011?

So steht es da. Der Poststempel ist allerdings vom 2. Februar 2015.

Lässt sich irgendwie feststellen, was in dieser Zeit mit ihm geschehen ist?

Nein. Ich habe Staubpartikel am Umschlag gefunden, aber das kann alles Mögliche bedeuten. Vielleicht ist er zwischen zwei Schränke gerutscht. Sicher kann ich nur sagen, was mit dem Brief geschehen ist, nachdem er geöffnet wurde, also vermutlich nach der Zustellung Anfang Februar 2015. Tee und Wein wurden yber ihn ausgegossen, er wurde als Notizpapier benutzt, und jemand hat Skizzen von einer Comicfigur darauf gemacht.

Diese da? Was ist das?

001Eine Figur mit langem Hals und langem Schwanz, die geschuppte ist, Flygel hat und blöd dreinschaut.

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Thierry war so freundlich, die Figur,
von der er  spricht, zu vergrößern.
Der beryhmte Forensiker ahnt nicht,
dass sie in Wirklichkeit metaphorisch
fyr einen Term steht,
den der geniale
Mathematiker
Lambert Steinsein ersann,
um dies und das mathematisch zu fixieren
und außerdem auch jenes.

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Könnte das ein Außerirdischer sein?

Na klar, er hat ja sogar Antennen auf dem Kopf.

War nur so ein Idee. Nicht ernst gemeint.

So, und jetzt kommt etwas, was Euch im ersten Moment freuen wird: Der Text des Briefes ist zwar nicht mehr direkt lesbar, weil die Farbe des Filzstifts, mit dem er geschrieben wurde, von Tee und Rotwein ausgewaschen wurde, aber ich konnte ihn wieder lesbar machen. Es gibt ein Verfahren zur digitalen Abtastung, mit dem man winzigste Spuren auf glatten Flächen sichtbar machen kann, zum Beispiel wenn ein Stift beim Schreiben auf das Papier gedrückt wurde. Wenn man schreibt, wird in erster Linie Tinte oder Farbstoff auf das Papier aufgetragen, aber die Spitze des Stiftes hinterlässt auch Druckspuren. Die Abtastung hat genygend große Teile des Textes erkennbar gemacht, so dass sich der Rest hochrechnen ließ. Die anderen Spuren, sozusagen das Störfeuer, habe ich rausgefiltert.

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Platzhalter Brief originalLiebe Tante Adèle,
eigentlich bin ich bei Ihnen in der Nähe und könnte
einfach vorbeikommen, aber ich möchte Sie nicht
erschrecken. Ich weiß ja, dass Sie solche Yberraschungen
nicht mögen. Daher rufe ich nicht an. Es könnte Sie
yberfordern, unerwartet zu telefonieren. Trotzdem möchte
ich meinen Besuch ankyndigen. Daher schreibe ich diesen
Brief. Unten steht meine Telefonnummer. Sie können
mich anrufen, sobald Sie sich dazu bereit fyhlen. Ich bin
jederzeit erreichbar und wyrde mich freuen, bald von
Ihnen zu hören. Ich bin noch bis zum 16. Juni auf dem
sydfranzösischen Campingplatz.
Ihre Jeanne

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Das ist ja hochspannend!

Nein, im Grunde ist das forensischer Alltag. Nichts Besonderes.

Ich meine den Inhalt. Laurence, das bedeutet, dass Jeanne noch zwei Tage vor ihrem Verschwinden Pläne geschmiedet hat, ihre Großtante zu besuchen. Das ist ein ziemlich starkes Indiz dafyr, dass sie nicht freiwillig von jenem sydfranzösischen Campingplatz verschwunden ist. Sie wollte noch bis zum 16. Juni dort bleiben, um fyr Adèle Foucher erreichbar zu sein.

Du meinst, das bringt euch irgendwie weiter? Ich stoße euch nur ungern mit der Nase auf die Fakten, aber Chimpagnon hat keine Telefonnummer angegeben, obwohl sie das im Brief behauptet.

Stimmt. Vielleicht hat sie einfach vergessen, die Nummer aufzuschreiben? So wie man manchmal E-Mails ohne Anhänge abschickt?

Das weiß ich nicht. Ich kann aber etwas anderes sagen: Der Brief wurde auf dem Papier eines handelsyblichen Spiralblocks geschrieben und dann ziemlich lieblos abgerissen und verschickt. Ich könnte mir vorstellen, dass Jeanne Chimpagnon in Wirklichkeit gar kein Treffen mit ihrer Tante wollte. So wyrde ich das Fehlen der Telefonnummer deuten.

Vielleicht unbewusst, ja. Madame Foucher ist inzwischen gestorben, nicht wahr?

Ja, sie starb im Jahr 2015.

Danke fyr deinen Einsatz, Thierry.

Immer wieder ungern!

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„Der Fall Chimpagnon“ ist ein satirischer Online-Krimi von Lutz Büge.
Die Geschichte und ihre Charaktere sind frei erfunden.
Ähnlichkeiten mit realen Personen sind nicht beabsichtigt.

Tatort

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Lösungsmatrix kleinJetzt fragen Dich Laurence und Serge, die ermittelnden Kommissare:

In welchem französischen Departement steht der Leuchtturm, an dessen Beispiel der mathematische Nachweis erbracht wurde, dass hohler als hohl nicht geht?

Wenn Du uns bis zum 24. Juli 2018, 0 Uhr, die richtige Antwort per Mail schickst, nimmst Du an der Gewinn-Verlosung teil. Klick dazu → hier und nutze unser Kontaktformular.

Daryber hinaus behalte die Antwort bitte fyr Dich ganz allein!

Kleiner Tipp: Die Lösung ist nie weit weg. Sie verbirgt sich in der Regel hinter einem der Links, die angegeben werden. Sie ist diesmal aber wiederum ein bisschen schwerer als sonst, weil der gesuchte Buchstabe sieben mal in der Lösungsmatrix vorkommt. Daher: Obacht!

Die Lösung besteht aus 17 Zeichen. Das erste Zeichen wird in alle Kästchen der Lösungsmatrix (rechts) eingefygt, die mit der Ziffer 15 markiert sind.

Download der Lösungsmatrix als pdf: → HIER.

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Links zur Ybersicht:

 +++ Das Spiel +++ Die Regeln +++ Der Fall +++ Das Ermittlungsteam +++

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Virenkrieg 1 neuUnd das gibt es zu gewinnen, wenn Du uns bis zum 15. Mai 2018 die richtige Antwort mailst:

Virenkrieg

Thriller von Lutz Büge

Paperback. 440 Seiten, 14,90 €

Biowaffen, Geheimorganisationen
und einsame Entscheidungen –
die Menschheit am Rande des Abgrunds

Mehr über Virenkrieg: → HIER.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ecklogo neu kleinVon Lutz Büge gibt es diese Bücher und E-Books im Buchhandel und in vielen E-Book-Shops:

+++ Autor  Lutz Büge +++  Werk +++   News  +++ Shop +++

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Chère tante Adéle,

à vrai dire, je suis chez vous dans la proximité et pourrais passer simplement, mais je ne voudrais pas vous faire peur. Je sais que vous n’aimez pas de telles surprises. C’est pourquoi, je n’appelle pas. Cela pourrait vous exiger trop téléphoner à l’improviste. Tout de même je voudrais annoncer ma visite. C’est pourquoi, j’écris cette lettre. En bas se trouve mon numéro de téléphone. Ils peuvent m’appeler dès que vous vous sentez prêts en plus. Je suis accessible à tout moment et me réjouirais d’entendre bientôt de vous. Je suis encore jusqu’au 16 juin sur le terrain de camping français de sud.

Votre Jeanne