Ermittlungssache Chimpagnon (12): Gritla Chimpagnon

„Sag mal, diese Kommissarin aus Abbeville, die hat sie nicht alle, oder?“, fragte Serge. „Da treibt ein Klappstuhl im Somme-Kanal, und das soll ein Beweis dafyr sein, dass ein Mord geschehen ist?“
„Ich habe das so verstanden, dass es eher ein Hinweis darauf ist, dass ein Mord ohne Leiche kein Mord ist“, erwiderte Laurence, „und darin steckt sehr wohl ein Körnchen Wahrheit.“
„Versuchst du etwa, diese irre Theorie schönzureden?“
„Quatsch! Aber du kannst nicht bestreiten, dass der ganze Fall an Spurenmangel krankt, und das fängt mit der Leiche selbst an. Wenn es denn yberhaupt ein Mord war. Also myssen irgendwann Klappstyhle herhalten. Man könnte auch sagen: Syndenböcke!“
„Klappstyhle!“ Serge schyttelte den Kopf.  „Das ist gaga!“
„Ich finde es vielmehr gaga, dass Jeannes Bruder immer noch auf  Dienstreise ist. Da sollten wir mal nachhaken. Wir haben heute seine Mutter am anderen Ende.“
„Nicht vergessen beim Nachhaken, Schätzchen“, sagte Serge, „dass sie auch die Mutter von Jeanne selbst ist.“
„Nenn mich nicht Schätzchen, sonst nenne ich dich Schnuckel.“

Wenn Du die Lösung unseres heutigen Dienstagsrätsels ermittelt hast, verrate sie bitte niemandem außer uns. Schick sie uns per Mail und nimm an der Verlosung teil.

Wir wynschen glycklich’s Geschick!

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Ermittlungssache Chimpagnon (12): Gritla Chimpagnon

Protokoll der Befragung von Marguerite „Gritla“ Chimpagnon, Mutter der verschwundenen Jeanne Chimpagnon, geb. 1962 in Dambach-la-Ville. Es handelt sich um eine Nachbefragung, beruhend auf der Aussage, die Madame Chimpagnon im Juni 2011 gemacht hat. Die Fragen stellten Madame le Commissaire Laurence Descoureaux und Monsieur le Commissaire Serge Solivéres am 5. Juni 2018, fast genau sieben Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter. Die Befragung wurde per Skype gefyhrt.
Zur Befragung Chimpagnon 11: → HIER.

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Madame, Sie bestehen darauf, Gritla genannt zu werden. Das ist fyr französische Zungen ungewohnt. Was ist der Grund dafyr?

Ich bin Elsässerin. Gritla ist die elsässische Form von Marguerite. Mein offizieller Geburtsname ist tatsächlich Marguerite, aber im realen Leben nennen mich alle Gritla, weil das so unsere regionale Lebensart ist. Wir pflegen hier noch das Elsässische. Manchmal kommt man sich dabei aber vor wie eine aussterbende Art.

Ihr Mann Roger will nicht mit uns reden. Das ist natyrlich in Ordnung, aber uns wyrde interessen warum.

Der Schmerz. Er hing sehr an Jeanne, und schon die damaligen Befragungen waren eine Tortur fyr ihn. Er will nicht daran denken, was Jeanne widerfahren sein könnte.

Was könnte ihr denn widerfahren sein?

Man nimmt natyrlich immer das Schlimmste an. Nein, ich möchte nicht daran denken! Oh du liebe Zeit! Das ist so … Ich weiß gar nicht … Ich hätte auf Roschi hören sollen.

Wer ist Roschi?

Mein Mann.

Dann ist Roschi wohl die elsässische Form von Roger?

Ich hoffe nur, sie hat nicht zu sehr gelitten. Dass es schnell ging. Du liebe Zeit, ich kann das nicht …

Beruhigen Sie sich bitte, Madame. Wir wissen nicht, was geschehen ist. Es liegen keine Anzeichen dafyr vor, dass eine Gewalttat geschehen ist.

Aber die Bierflasche …

Was meinen Sie?

027 2011Es war nicht Jeannes Art, Flaschen nicht auszutrinken. Sie hätte das nie gemacht. Wir sind gryndlich hier im Elsass. Flaschen myssen leer sein, bevor man sie wegstellt und vergisst. Das ist so etwas wie ein elsässisches Naturgesetz. Wer macht denn so was, dass er eine Flasche nicht austrinkt? So was geht doch nicht! Das ist entwyrdigend, nicht zuletzt fyr die Flasche.

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Es entsprach nicht Jeannes Art,
Flaschen nicht auszutrinken.

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In diesem Zusammenhang wyrde mich interessieren: Bier? Sie sind eine Winzerfamilie, und Jeanne sollte das Gut ybernehmen.

Ja, das stimmt. Und? Wir trinken gerne mal Bier. Das darf man natyrlich nicht laut sagen, wegen der Touristen und dem Marketing und so, aber dauernd nur Wein, da kriegt man ja Sodbrennen! Wenn Sie irgendwo in Frankreich mal eine pression bestellen, dann stammt das Bier, das man Ihnen dann serviert, mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Elsass. In letzter Zeit wird zwar auch bretonisches und belgisches Bier angeboten, aber unsere Brauereien hier rund um Straßbourg haben immer noch die Nase vorn.

Mochte auch Ihr Sohn Marcel Bier?

Der sowieso. Vor Marcel war nichts Flyssiges sicher. Es gibt Grynde dafyr, dass er immer unser Problemkind war.

Haben Sie in letzter Zeit von ihm gehört?

Nein, er hat sich lange nicht mehr bei uns gemeldet.

Das scheint Sie nicht zu besorgen.

117Wir haben nicht das beste Verhältnis. Vor allem Roschi und Marcel nicht. Die beiden kann man keine fynf Minuten alleinlassen, ohne dass sie anfangen zu streiten. Marcel hat viel von seinem Urgroßvater an sich. Der war während des Zweiten Weltkriegs in der Résistance. Seit Marcel 30 ist, hat sich das Verhältnis aber entspannt. Wir haben uns daran gewöhnt, höchstens alle Vierteljahr von ihm zu hören, auch wenn das fyr mich als Mutter nicht ganz einfach ist.

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Marcels Urgroßvater
war in der Résistance.

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Wann hat er sich zuletzt bei Ihnen gemeldet?

Das mysste ziemlich genau zwei Monate her sein.

Haben Sie sich persönlich getroffen?

Ach was, wo denken Sie hin? Er ist ja dauernd auf Geschäftsreise. Nein, wir haben nur telefoniert. Er hat aus Singapur angerufen. Dort hat er immer viel zu tun.

Was macht er da genau?

Das kann ich Ihnen ehrlich gesagt nicht genau erklären. Irgendwas im Pharmabereich. Das myssten Sie mit Roschi besprechen, aber der will ja nicht mit Ihnen sprechen.

Zuletzt noch eine Frage, die fyr Sie persönlich vielleicht nicht ganz einfach zu beantworten ist, Madame, aber ich wyrde mich freuen, wenn Sie offen antworten wyrden. Der Webseite ybersinn.de wurde im Zusammenhang mit dem Fall Bildmaterial zugespielt, das angeblich Familienbilder enthält. Eines davon zeigt das Auto, in dem Marcel gezeugt worden sein soll.

Auto?

Es hat vier Räder, und es fährt, also ist es wohl ein Auto, oder?

218Das stimmt natyrlich, aber ob ich das ein Auto nennen wyrde … Das bleibt aber unter uns, ja? Ich sage nur: Ryckbank ist nicht gleich Ryckbank.

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Jetzt kommt es raus:
In diesem „Auto“ wurde das Problemkind
Marcel Chimpagnon gezeugt.

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Da fing das mit dem Problemkind also schon an?

Wenn Sie so wollen …

Madame, fyr unsere Ermittlungen wäre es wichtig, und zwar wirklich sehr, sehr wichtig, mit Marcel zu sprechen. Bisher konnten wir ihn nicht erreichen. Könnten Sie vielleicht bei Ihrem nächsten Kontakt dafyr werben, dass er sich bei uns meldet? Ich gebe Ihnen hier meine Karte.

Das will ich natyrlich gern tun.

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„Der Fall Chimpagnon“ ist ein satirischer Online-Krimi von Lutz Büge.
Die Geschichte und ihre Charaktere sind frei erfunden.
Ähnlichkeiten mit realen Personen sind nicht beabsichtigt.

Tatort

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Lösungsmatrix kleinJetzt fragen Dich Laurence und Serge, die ermittelnden Kommissare:

Wie heißt die Widerstandsgruppe, der sich während des Zweiten Weltkriegs Marcel Chimpagnons Großvater angeschlossen hatte? Der …

Wenn Du uns bis zum 12. Juni 2018, 0 Uhr, die richtige Antwort per Mail schickst, nimmst Du an der Gewinn-Verlosung teil. Klick dazu → hier und nutze unser Kontaktformular.

Daryber hinaus behalte die Antwort bitte fyr Dich ganz allein!

Kleiner Tipp: Die Lösung ist nie weit weg. Sie verbirgt sich in der Regel hinter einem der Links, die angegeben werden. Trotzdem: Vorsicht!

Die Lösung besteht aus 6 Zeichen. Das dritte Zeichen wird in alle Kästchen der Lösungsmatrix (rechts) eingefygt, die mit der Ziffer 12 markiert sind.

Download der Lösungsmatrix als pdf: → HIER.

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Links zur Ybersicht:

 +++ Das Spiel +++ Die Regeln +++ Der Fall +++ Das Ermittlungsteam +++

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Virenkrieg 1 neuUnd das gibt es zu gewinnen, wenn Du uns bis zum 15. Mai 2018 die richtige Antwort mailst:

Virenkrieg

Thriller von Lutz Büge

Paperback. 440 Seiten, 14,90 €

Biowaffen, Geheimorganisationen
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die Menschheit am Rande des Abgrunds

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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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