Eine Reise im Frühsommer (2017)

Virenkrieg 1 neuDiesmal sollte die Reise nach Schweden führen. Das war lange so geplant. Schöne Landschaften, freundliche Menschen, viel Platz zum Radfahren. Denn wir wollten fit werden. Das haben wir tatsächlich geschafft. Rund 1200 Kilometer haben wir in diesen knapp vier Wochen mit dem Fahrrad zurückgelegt, in Tagestouren von 60 bis 120 Kilometern. Da wird man zwangsläufig fit. Nebenbei gab es ein paar Ideen für meinen nächsten Roman Incubus – Virenkrieg III, der mir zuletzt einige Probleme bereitet hat. (Aber das nur am Rande. Falls es Dich interessiert, klick auf diesen Link.) Auch haben wir freundliche Menschen getroffen und schöne Landschaften gesehen. Aber nicht in Schweden. Es zog uns doch wieder nach Frankreich, denn Frankreich ist einfach wunderbar.

.

Eine Reise im Frühsommer (2017)

Diesmal stand das Radfahren im Zentrum der Reise. Nun will es der Zufall, dass es in Frankreich den einen oder anderen Hügel gibt. Hügel sind etwas, was viele Radfahrer eher meiden. Und das mit gutem Grund, denn was Du vielleicht noch nicht wusstest: Hügel gibt es nur mit Steigungen. (Jedenfalls hat bisher noch niemand den ebenerdigen Hügel erfunden.) Und Steigungen können anstrengend sein. Das ist der Nachteil von Hügeln. Der Vorteil ist: Oben gibt es Aussicht. Außerdem wird man zwangsläufig fit. Genau das war erklärtermaßen das Ziel dieser Reise. Also rauf auf den Hügel!

001 Conches

Die Kapelle Notre-Dames-de-Conches liegt auf knapp 600 Metern oberhalb von Bourg-en-Bresse. Das solltest Du wissen, bevor Du hinradelst, denn die Information über die Höhe steht nicht im einschlägigen Kartenmaterial. Wir waren ein wenig, nun ja, überrascht, haben uns der Schinderei aber nicht entzogen und wurden angemessen belohnt. Man fragt sich ja manchmal, was die Franzosen sich dabei gedacht haben mögen, ihre Kapellen an Orten wie diesem zu erbauen. Eines steht jedenfalls fest: Das Baumaterial haben sie nicht mit dem Fahrrad dort hinauf gebracht.

.

002 Amboise

Schlechtes Wetter muss man nutzen. In diesem Fall zur Besichtigung des Königsschlosses in Amboise an der Loire. Zum Glück hatten wir relativ selten schlechtes Wetter. Sonst wäre der Urlaub möglicherweise erholsam geworden. Treppensteigen ist jedenfalls bei weitem nicht so sportiv wie Radeln. Ohne das Königsschloss wäre Amboise übrigens kein Tourismuszentrum. Das ist der Nachteil von so einem Schloss. Der Vorteil ist: Man guckt sich das an, hat genug und fährt weiter. Einmal reicht.

.

003 Oleron

Die Île d’Oléron ist keine Insel mit zwei Bergen. Genau genommen sie nicht einmal eine Insel mit einem Berg. Abgesehen von der einen oder anderen Mini-Steigung ist sie sogar ziemlich flach. Das ist der Vorteil. Der Nachteil ist: Einmal rundherum, bis zur Pointe de Chassiron und dann noch zurück zu unserer Basis in Marennes-Plage ergibt rund hundert Kilometer. So kann man auch im Flachland zügig fit werden. Übrigens, für alle, die es noch nicht wussten: Die Île d’Oléron ist auf allen Seiten von echtem Wasser umgeben. Nicht von Plastikfolie.

.

004 Seudre

Die Seudre ist ein Fluss, dessen Mündungsgebiet von Schwemmland und Schlickwatt gekennzeichnet ist. Und von Ebbe und Flut. Damit man die Seudre trockenen Reifens überqueren kann, haben die Franzosen eine Brücke quer über dieses Mündungsgebiet aufgestellt. Das ist der Vorteil. Es gibt sogar, was in Frankreich lange Zeit kaum vorstellbar war, einen Radweg über diese Brücke. Neben dem posiert hier der beste Ehemann von allen. Außerdem im Bild: die Île d’Oléron (ganz hinten), das Viadukt zur Île d’Oléron (hinterm Radhelm) und ganz viel Schlickwatt bei Ebbe. Hier wachsen die besten Austern der Welt – sagen die, die da wohnen. Noch ein Vorteil.

.

005 MarennesDie französische Westküste ist berühmt für dies und das. Im Gegensatz zu vielen anderen Küsten der Welt hat sie den Vorteil, dass sich dort ganz wunderbar Sonnenuntergänge über dem Meer fotografieren lassen. Versuch das mal in Lloret de Mar, Rimini oder Scharbeutz!

.

006 Lottal

Nach all der Flachlandradelei wurde es mal wieder Zeit für ein paar Hügel. So jedenfalls die Planung. Also fuhren wir in eine Gegend, in der unserem Kartenmaterial zufolge diverse Hügel rumstehen, und machten Station in Cahors am Lot. Das Problem dabei: Man muss keineswegs rüber über diese Hügel. Man kann auch einfach am Fluss entlang fahren. Die Erbauer der Kapelle Notre-Dame-de-Conches (siehe ganz oben) sind daher zu loben. Die haben ihren Job klar erkennbar besser gemacht: Man muss auf den Hügel, wenn man zu der Kapelle will. Manchmal fragt man sich ja, was die Franzosen sich dabei gedacht haben mögen, ihre Kapellen einfach so ins Flachland zu stellen. Nur weil die Anlieferung des Baumaterials auf diese Weise einfacher war?

.

007 Celetal

Frankreich ist stellenweise ziemlich pittoresk, z.B. hier am Flüsschen Célé. Welche Gründe mögen dafür sprechen, Häuser gerade da zu errichten, wo eigentlich kein Platz für sie ist? Ganz abgesehen vom Anschluss an Kanalisation und Breitband-Internet. Der Vorteil ist: Immerhin gibt es reichlich fließend Wasser. Positive thinking!

.

008 Lapopie

Saint-Cirq-Lapopie liegt fast hundert Meter über dem Fluss Lot. Die Anfahrt ist alles andere als popelig. Das ist ein bedeutender Vorteil dieses Ortes, wenn man fit werden will. Der Nachteil ist: Wenn Du diese Steigung völlig durchgeschwitzt und fertig wie ein Schnitzel bewältigt hast, ist ein kühles Bad zwar nur rund hundert Meter entfernt. Dennoch ist es nicht zu empfehlen, den direkten Weg zu nehmen.

.

009 Perjuret

1997, 2004 und 2017 – diese Jahre solltest Du Dir im Kalender anstreichen, denn das sind die Jahre, in denen der Pass von Perjuret Besuch von uns bekam. Damit ist er der meistbesuchte Bergpass ganz Frankreichs: Keiner hat häufiger Besuch  von uns bekommen! Die Sache hat allerdings einen schwerwiegenden Nachteil: Um diesen Pass zu erreichen, muss man ziemlich weit hinauf fahren. Das ist Flachlandradlern nur eingeschränkt zu empfehlen. Für uns gilt diese Warnung nicht. Zu diesem Zeitpunkt unserer Reise waren wir schon recht fit.

.

010 Tarn

Die vielleicht unwahrscheinlichste Flusslandschaft Frankreichs ist am Tarn zu besichtigen (ausgenommen die des Verdon). Was mag den Tarn dazu bewogen haben, sich ausgerechnet diese Felslandschaft auszusuchen, um sich hindurch zu fräsen? Und das auch noch auf einer Länge von rund sechzig Kilometern! Ein einfacheres Flussleben ist mit Leichtigkeit vorstellbar. Aber wir sind die letzten, die das kommentieren sollten. Immerhin wäre ein einfacheres Leben ja durchaus auch für uns vorstellbar, so als Radler. Aber was machen wir? Fahren auf die Hügel! Und sogar in die Berge! Hat sich aber gelohnt.

.

011 Bourne

Ein Meisterwerk der Straßenbaukunst haben die Franzosen in der Schlucht der Bourne errichtet. Diese Gegend Ostfrankreichs wird Vercors genannt und war eine Hochburg der Résistance. Zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs, als Leute wie wir – Deutsche! Besatzer! – zu Recht erschossen worden wären, wenn sie sich da aufzuhalten versucht hätten, war der Vercors noch bedeutend schwerer zugänglich. Doch wer glaubt, er habe seinen Widerstand nunmehr aufgegeben, der radle diese Straße hinauf!

Sie ist wie der Weg nach Europa, diese Straße. Sie will erarbeitet werden. Sie fällt Dir nicht in den Schoß. Das ist der Nachteil. Der Vorteil ist: Frieden. Seit dem Krieg ist viel Zeit vergangen. Die längste Friedensphase in der Geschichte des europäischen Kontinents. Heute können Deutsche wie wir Frankreich bereisen und uns an seinem Reichtum an Kultur, Menschen, Landschaften und, ja, Hügeln und Bergen erfreuen, in Frieden und Freundschaft. So soll es bleiben. Aber damit es so bleibt, muss so mancher Hügel und so manche Passstraße bewältigt werden. Auf geht’s!

Ecklogo neu kleinRundfahrtSkylla Cover printDie Grafik links zeigt im groben Überblick die Stationen dieser Reise. Die Grafik rechts zeigt das aktuelle Buch vom Autor dieses Reiseberichts.

Soeben als Buch erschienen:

Skylla – Virenkrieg II

Thriller von Lutz Büge. Buch und E-Book. Mehr Info: –> HIER.

.

Und hier meine aktuellen Romane im Überblick:

Sieben Romane klein..

+++ Facebook +++ News  +++ Ybersinn-Verlag +++ Shop +++ HOME +++

Ecklogo neu klein