Die Rolle des Islam im „Virenkrieg“

Virenkrieg Cover 001Wer meinen Roman „Virenkrieg“ verfolgt, der wird beim Lesen von Teil 8 womöglich gestaunt haben: Da entführen islamische Terroristen ein Kreuzfahrtschiff mit 4000 Menschen an Bord, aber sie scheinen nicht daran zu denken, das Schiff zu sprengen. 4000 Menschen! Das wären mehr potenzielle Terroropfer als bei 9/11! Doch nein, stattdessen setzen die Terroristen den bordeigenen TV-Sender in Gang und beginnen, ein Tribunal zu inszenieren, in dem sie über die USA zu Gericht sitzen. Was sind das für religiöse Fanatiker?

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Die Rolle des Islam im „Virenkrieg“

Ein Statement vorab: Ich mag keine Religionen. Ich sehe in ihnen nichts anderes als spirituell aufgeladene Ideologien, die einzig darauf zielen, Macht über die Köpfe der Menschen zu bekommen und zu behalten. Diese Macht erhalten sie, indem sie den Menschen ein Leben nach dem Tod und endgültige Gerechtigkeit versprechen; sie bieten also eine Persepktive an: Mag das Diesseits noch so dürftig und grausam sein — drüben ist alles anders. Ideen wie diese, die grundsätzlich natürlich wunderschön sind und Hoffnung geben können, unterscheiden Religionen von Ideologien wie Sozialismus oder Kapitalismus. Andererseits muss ich akzeptieren und akzeptiere ich, dass Religionen Halt bieten, etwa wenn man einen teuren Menschen verloren hat, und dass sie im Kern Werte wie Nächstenliebe und Verantwortlichkeit für andere predigen. Mit der Umsetzung dieser Werte allerdings hapert es meistens. Religionen verfahren meist frei nach der Orwell’schen Devise (siehe „Animal Farm“): Alle Menschen sind gleich (vor Gott), aber manche sind gleicher. Und so kommt es, dass die Religionen die Menschen in Gläubige und Ungläubige einteilen, und damit beginnt der Wahnsinn.

Religionen sind verantwortlich für unendliches Leid

Im Namen Gottes (egal welcher Religion) sind gläubige Menschen fähig, unendliches Leid über andere Menschen zu bringen. Nimm die Kreuzzüge, und zwar nicht nur die ins sogenannte „Heilige Land“, sondern auch die innerhalb Europas gegen die Waldenser, die Katharer, später die Hugenotten. Nimm die Conquista, die Eroberung Mittel- und Südamerikas durch die Konquistadoren, die etwa 30 Millionen Menschenleben gekostet hat — teils direkt durch die Gewalt der Eroberer, teils aber auch durch eingeschleppte Krankheiten wie die Pocken. Noch im Jahr 2007 konnte ein gewisser Papst Benedikt XVI. über die Conquista und die damit einhergehende Christianisierung sagen, sie sei von den Indios unbewusst herbeigesehnt worden. Denk auch — natürlich — an Inquisition und Hexenverbrennungen. Und dann denk zum Schluss an den „Krieg gegen den Terror“, in dem wir uns seit 2001 befinden und der ebenfalls eine religiöse Komponente hat. Es ging dabei auch um Rohstoffe wie in der Conquista: heute Öl, damals Gold. Unter dem Deckmäntelchen der Zivilisation — Stichwort: Wir bringen dem Irak Demokratie und Freiheit — war der Irak-Krieg des „wiedergeborenen“ Christen George W. Bush nichts anderes als ein Kreuzzug gegen die Ungläubigen, der ein katastrophales Ende nahm. Hunderttausende starben, davon etwa 90 Prozent Zivilisten, Millionen waren auf der Flucht, und zurück blieb ein instabiles Regime, das zwar bis heute existiert, aber jederzeit kollabieren kann. An seiner Stelle entsteht Terror. Bushs religiöser Eifer, der ihn in den Krieg gegen den Terror ziehen ließ, hat vielfältigen neuen Terror hervorgebracht. So einfach ist das leider.

Bei den Muslimen sieht es nicht viel anders aus. Auch sie haben im Namen ihrer Religion in all den Jahrhunderten getötet, wer sich ihnen in den Weg stellte. Erst mit ihrer Niederlage vor Wien in der Schlacht am Kahlenberg im Jahr 1683 war die gewaltsame Expansion endgültig gestoppt.

Was aber löste die aktuelle Welle der westlichen Angst vor dem Islam aus, die nicht nur eine Angst vor Gewalt und Terror ist, sondern auch vor Überfremdung Europas? Alle Debatten zu diesem Thema enden bisher zuverlässig bei der Frage, wer denn mit der Gewalt angefangen habe — denn waren es nicht die Amerikaner, die im Jahr 1979 damit begannen, die radikalen Mudschaheddin Afghanistans aufzurüsten, um die Sowjetunion zum Einmarsch nach Afghanistan zu bewegen? Waren es nicht die Amerikaner, die die Taliban erst groß gemacht haben, um religiösen Eifer aus geostrategischen Erwägungen zur Schwächung ihres geliebten Erzfeindes Sowjetunion einzusetzen? Solche Debatten ähneln regelmäßig derjenigen über die Frage, was zuerst da war — die Henne oder das Ei?

Hier oben siehst Du einen der wichtigsten islamischen Prediger, einen Mann namens Anwar al-Awlaki, einen US-Bürger, der am 30. September 2011 durch einen Drohnenschlag der CIA im Jemen getötet wurde. (Foto: Muhammad ud-Deen.) Er entspricht aufs Barthaar genau dem Stereotyp, das wir im Kopf haben, wenn wir an islamische Fundamentalisten denken, oder? Über diesen Mann werde ich noch Einiges zu erzählen haben. Er ist ein Beispiel dafür, wie Fundamentalismus entstehen kann.

Das Mittelalterliche am Islam

Alle ideologischen Bewegungen neigen dazu, Orthodoxien auszubilden. Im Sozialismus wäre das beispielsweise der Stalinismus, im Kapitalismus die Lehre von den „freien Märkten“, die sich angeblich selbst zu regulieren vermögen. Im evangelischen Christentum gibt es etwa 600 Millionen Evangelikale, davon etwa 1,5 Millionen in Deutschland, die man als Fundamentalisten bezeichnen kann, da sie z.B. daran glauben, dass die Bibel kein Geschichtenbuch ist, sondern ein Geschichtsbuch, das Wort für Wort für wahr genommen werden muss. Und besonders viele Orthodoxe gibt es im Islam. Orthodoxe zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie glauben, im Besitz der allein glückseligmachenden Wahrheit zu sein. Es ist schwer, mit ihnen zu diskutieren.

Gläubige = Terroristen?

Im Islam wird die Entstehung solcher orthodoxen Gruppen, etwa der Salafisten, ganz ungemein dadurch erleichtert, dass die meisten Gläubigen gar nicht wissen, was im Koran steht — denn sie können ihn nicht selbst lesen. Viele Muslime gerade in Ländern, in denen radikale Gruppen derzeit nur so aus dem Boden sprießen, sind Analphabeten. Auslegung und Deutung des Koran liegen damit im Ermessen der Imame. Und selbst wenn die Gläubigen in ihrer Muttersprache lesen und schreiben können, ist ihnen der Zugang zum Koran dennoch verwehrt, da er nur in Arabisch gelesen und gelehrt werden soll. Das erinnert stark an den Katholizismus vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, als in der Messe viel Latein zu hören war, das kaum einer der Gläubigen verstand. Doch anders als im Katholizismus gibt es im Islam keine zentrale theologische Macht wie das Papsttum. Daher halten viele Menschen im Westen den Islam für nicht reformierbar und für eine totalitäre Religion. Diese Haltung ist von Unkenntnis geprägt, aber sie hat sich festgesetzt und ist einer der Gründe für unsere Angst vor dem Islam.

Was wäre, wenn …

… wir nur einen Teil der Geschichte kennen und die Wahrheit über den Islam vielschichtiger wäre? Wäre ich Muslim — mir würde das geballte, meinungsprägende Auftreten der religiösen Eiferer gewaltig stinken. Ich würde mich fragen, woher die das Recht nehmen, für den Islam insgesamt zu sprechen, also auch für mich. Ich würde hoffentlich erkennen, dass Terrorakte regelmäßige Racheakte der Amerikaner nach sich ziehen, zuletzt meist als Drohnenattacken, und die Antwort auf diese heißt wiederum Terror: Gewalt gebiert Gewalt. Und ich würde den Koran kennen und wüsste daraus etwa den 94. Vers der 4. Sure zu zitieren:

„Ihr, die ihr glaubt, wenn ihr auf Gottes Weg umherzieht, dann gebt Acht und sagt nicht zu dem, der euch Frieden entbietet: ‚Du bist nicht gläubig‘, weil ihr nach dem flüchtigen Gut des diesseitigen Lebens trachtet. Bei Gott gibt es doch viele Gelegenheiten zur Beute.“

In etwas modernerer Sprache deute ich diesen Vers so:

„Ihr Gläubigen, die ihr meint, gottgefällig zu leben — sagt nicht zu dem, der euch in Frieden begrüßt, dass er ein Ungläubiger sei, nur um ihn töten zu können. Gott kennt andere Gelegenheiten zur Beute.“

Aber werden die Muslime denn in Frieden begrüßt? Wird ihnen nicht eher mit Hass und Angst begegnet? Sind sie nicht gerade das Feindbild unserer Zeit? Wer hat Angst vorm bärtigen Mann?

Daher habe ich Muslime erfunden, die völlig anders sind. Sie sind in der Islamischen Allianz organisiert und wollen den Islam reformieren, aber sie wissen, dass das nur funktionieren wird, wenn die USA aufgehalten werden — denn die brauchen genau diesen gewalttätigen Islam, der überwunden werden soll, als Feindbild. Das ist ein provozierender Gedanke, zweifellos. Damit stelle ich einige der Lebensgewissheiten von uns Westlern infrage — aber genau dafür gibt es uns Autoren doch, oder?

Virenkrieg Cover 001„Verehrte Herren, lassen Sie mich nun zum Punkt kommen. Welche Kriterien zeichnen ein echtes Killervirus aus? Ich glaube, es sind vier:
Erstens: Hohes Ansteckungspotenzial. Es kann leicht übertragen werden. Unübertroffen ansteckend ist  das Pocken-Virus, aber auch Influenza-Viren wie H5N1 können das gut.
Zweitens: Hohe Sterbequote mit dem Potenzial, selbst das beste Gesundheitssystem zum Zusammenbruch zu bringen. Unübertroffen: das Marburg-Virus mit bis zu 90 Prozent Toten.
Drittens: Mieses Image. Unser Killervirus löst Panik aus und lässt das gesellschaftliche Zusammenleben zum Erliegen kommen.
Viertens: Kein Gegenmittel. Es steht kein Impfstoff zur Verfügung und es kann in der Eile auch keiner hergestellt werden. Im Idealfall sollte es sich also um ein unbekanntes Virus handeln, das noch nicht erforscht werden konnte.
Und damit kommen wir zum Kern dieser Veranstaltung, sehr geehrte Herren, denn ich hätte hier etwas für Sie, hier in diesem kleinen, unscheinbaren Hochsicherheitsbehälter …“
Auszug aus den SCOUT-Protokollen, März 2017

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