Die männliche Besessenheit von Größe

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* Leserinmeinung von Carmen Nagel, entnommen ihrer Rezension „Weiterlesen? Ja, natürlich …“ –> HIER.

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Virenkrieg Cover 001Action und Spannung pur — langweilig wird’s ganz sicher nicht mit Virenkrieg!  Heute erscheint Teil 7 „Charybdis“, und damit wird in der Geschichte um den Gen-Ingenieur Jan Metzner, der in die Gewalt von Islamisten gerät, der nächsthöhere Gang eingelegt. Während Jan händeringend nach einem Mittel gegen die Biowaffe Skylla sucht, erleben wir, wie das Luxus-Kreuzfahrtschiff Queen Mary 2 gekapert wird. Die Entführer verfolgen allerdings sehr spezielle Ziele …

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Die männliche Besessenheit von Größe

„Sie ist das größte bewegliche Objekt, das Menschen je schufen, das größte aller Zeiten“, sagt Bruce Ismay, Geschäftsführer der Reederei White Star Line, im Film „Titanic“. Von Molly Brown gefragt: „Wer kam eigentlich auf den Namen Titanic — waren Sie das, Bruce?“ antwortet der Reeder: „Ja, ganz recht. Ich wollte damit die reine Größe zum Ausdruck bringen. Größe bedeutet Stabilität, Luxus und vor allem Stärke.“ Die reichlich missgelaunte Rose DeWitt Bukater stellt ihn darauf zur Rede: „Haben Sie schon mal von Dr. Freud gehört, Mr. Ismay? Was er über die männliche Besessenheit, was Größe anbelangt, bemerkt hat, dürfte sie interessieren.“ Sie sorgt damit für einen Eklat, und Ismay, sichtlich konsterniert, fragt: „Freud? Wer ist das? Ein Passagier?“

Die „Normandie“ war von 1935 bs 1942 das größte Schiff der Welt. Bild: WikiCommons

In der Tat war die Titanic am 2. April 1912, dem Tag ihrer Indienststellung, das größte Schiff der Welt — und das wäre sie auch noch 51 Tage lang geblieben, bis zum 23. Mai 1912, wenn sie nicht gesunken wäre. An diesem 23. Mai lief auf der Vulkanwerft in Hamburg der Imperator vom Stapel. Bis 1935 blieb er das größte Schiff der Welt, bis er von der Normandie übertrumpft wurde. „Größe“ hier gemessen in Bruttoregistertonnen, einer inzwischen überholten Maßeinheit. Die Titanic hatte 45.000 BRT, der Imperator 52.000 und die Normandie bereits knapp 80.000. So viel an dieser Stelle einmal zu dem größten Schiff „aller Zeiten“, der vollmundigen Behauptung von Ismay im Film. Mit Größenordnungen und Rekorden „aller Zeiten“ sollte man nämlich vorsichtig sein, denn „alle Zeiten“ beinhalten auch die Zukunft.

Beispiele gefällig? Das Empire State Building, fertiggestellt 1931, war zu seiner Zeit das höchste Gebäude der Welt — jedoch nur bis 1972, bis der erste Turm des World Trade Centers fertigestellt wurde. Dies wiederum behielt den Titel rund zwei Jahre lang und wurde dann abgelöst vom Sears Tower in Chicago, der 25 Meter höher war. Der blieb Champion bis 1998 — und musste dann den zehn Meter höheren Petronas Towers in Kuala Lumpur weichen. Diese wiederum verloren den Titel 2004 an Taipei 101 in Taipeh, welcher der erste Turm war, der höher als 500 Meter aufragte. Und seit 2007 ist der Burj Khalifa in Dubai der höchste Turm der Welt — mit atemberaubenden 828 Metern. (Siehe nebenstehendes Bild von Joi Ito, verwendet unter diesem Lizenzvertrag.) Darin befindet sich die vermutlich (nach Etagen, im Flachland) höchst gelegene Wohnung der Welt — auf 584,5 Metern Höhe in der 163. Etage. Und doch wird auch dieses Hochhaus den Rang als höchstes Gebäude der Welt nur vorübergehend behalten, denn im saudi-arabischen Dschidda wird derzeit der Kingdom Tower gebaut, der 2019 eröffnet werden und als erstes Bauwerk der Welt höher als 1000 Meter aufragen soll. Also immer Vorsicht bei den Superlativen. Und nicht vergessen: Das größte von Menschenhand errichtete Bauwerk, das auch aus dem Weltraum zu sehen ist, bleibt weiterhin die chinesische Mauer.

Während die Architekten von Wolkenkratzern inzwischen in Größenordnungen von Meilen rechnen, scheinen im Schiffbau die Grenzen erreicht zu sein, bis zu denen sich die Größe von Schiffen hinausschieben lässt. Das liegt allein schon daran, dass solche riesigen Containerschiffe wie die Mærsk Mc-Kinney Møller Tiefgänge erreichen, welche die Hochseehäfen der Welt vor größte Herausforderungen stellen. So ähnlich scheint es derzeit auch bei den Kreuzfahrtschiffen zu sein. Doch auch wenn manche es vielleicht glauben und obwohl die Reederei Cunard Line solche Berichte vielleicht nur halbherzig dementiert: Die Queen Mary 2, die in meinem Roman „Virenkrieg“ eine Hauptrolle erhält, ist nicht das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Bei ihrer Indienststellung — sie ist Baujahr 2003 — war sie es, aber dann folgten ab 2006 die Kreuzfahrtschiffe der „Freedom-Klasse“, die für die Reederei Royal Caribbean International fahren, und 2009 und 2010 die beiden Schiffe der „Oasis“-Klasse Oasis of the Seas und Allure of the Seas, die zurzeit das Nonplusultra der Kreuzschifffahrt sind. Nach diesen beiden ist die Queen Mary 2 mit rund 345 Metern Länge die Nr. 3 der aktuellen Weltrangliste. Und hier kannst Du mal sehen, wie groß sie im Vergleich zur Titanic ist (Quelle der Grafik):

Der Hang der (wohl überwiegend männlichen) Konstrukteure zur Größe hat seit den Zeiten der Titanic also nicht nachgelassen. Ich bin täglich von dieser Größe fasziniert, wenn die aus Fernost kommenden A380-Jets unweit meines Wohnorts den Frankfurter Flughafen anfliegen. Es ist einfach ein unglaublicher Anblick, wie diese Ungetüme nachgerade in der Luft stillzustehen scheinen. Wenn ich mir nun vorstelle, dass statt ihrer die Queen Mary 2 einschwebte … Eine Szene wie aus „Independence Day“.

Nein, sie ist vielleicht nicht das größte der Kreuzfahrtschiffe, aber sie ist zweifellos das luxuriöseste, denn während die Allure of the Seas Platz für 6300 Passagiere und 2100 Besatzungsmitglieder hat, bietet die Queen Mary 2 Platz für 3090 Passagiere und 1250 Besatzungsmitgliedern. Deutlich mehr Platz pro Person, Planetarium on board — und mit 17.000 Flaschen ist die Queen Mary 2 auch noch der größte schwimmende Weinkeller der Welt. Das Schiff diente als Blaupause für jenen Dampfer, den Regisseur Wolfgang Petersen in seinem Film „Poseidon“ kentern ließ, war aber selbst nicht Drehort.

Und jetzt komme ich, der weitgehende unbekannte Autor, und lasse die Queen Mary 2 in meinem Roman „Virenkrieg“ von Leuten entführen, die sich auf den ersten Blick wie Terroristen gerieren. Ganz so einfach ist es jedoch nicht, denn wenn diese Leute schlichte Terroristen wären, würden sie das Schiff mit 4000 Menschen an Bord vermutlich einfach sprengen. Doch sie haben andere Pläne, und der 11. Juni 2024 — der Tag der Kaperung — wird als six/eleven in die Geschichte eingehen. Und mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

Da liegt sie noch unversehrt im Hamburger Hafen, aufgenommen im Jahr 2011 — die Queen Mary 2. (Bildquelle: WikiCommons, Lizenz: DerHexer.) Ich werde mal nach Hamburg fahren, um mir anzusehen, wie sie einläuft. Vorerst hat sich alles, was auf diesem Schiff geschieht, ausschließlich in meiner Phantasie abgespielt. Und das kannst Du nachlesen.

Virenkrieg Cover 001„Verehrte Herren, lassen Sie mich nun zum Punkt kommen. Welche Kriterien zeichnen ein echtes Killervirus aus? Ich glaube, es sind vier:
Erstens: Hohes Ansteckungspotenzial. Es kann leicht übertragen werden. Unübertroffen ansteckend ist  das Pocken-Virus, aber auch Influenza-Viren wie H5N1 können das gut.
Zweitens: Hohe Sterbequote mit dem Potenzial, selbst das beste Gesundheitssystem zum Zusammenbruch zu bringen. Unübertroffen: das Marburg-Virus mit bis zu 90 Prozent Toten.
Drittens: Mieses Image. Unser Killervirus löst Panik aus und lässt das gesellschaftliche Zusammenleben zum Erliegen kommen.
Viertens: Kein Gegenmittel. Es steht kein Impfstoff zur Verfügung und es kann in der Eile auch keiner hergestellt werden. Im Idealfall sollte es sich also um ein unbekanntes Virus handeln, das noch nicht erforscht werden konnte.
Und damit kommen wir zum Kern dieser Veranstaltung, sehr geehrte Herren, denn ich hätte hier etwas für Sie, hier in diesem kleinen, unscheinbaren Hochsicherheitsbehälter …“
Auszug aus den SCOUT-Protokollen, März 2017

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2 Antworten auf Die männliche Besessenheit von Größe

  1. Xiane sagt:

    das ist ja wieder eine meisterleistung an recherche!!! ich kenne allerdings auch „weibliche größen-besessene“.
    mir geht ’s ähnlich mit den anfliegenden fliegern… und fast noch mehr geht mir an die nieren, wenn ein großer dampfer zum abschied tutet…
    das kommt hier kaum vor (aber eine festgehaltene ausnahme geht als mail noch an den geschätzten autor raus).
    glücklicherweise konnte ich jetzt „charybdis“ runterladen und bin schon ganz zittrig. aber entgegen der bisherigen gewohnheit, mich gleich mittwoch nachts draufzustürzen, gibt ’s diesmal leider notgedrungen eine verzögerung. aber am samstag/sonntag – inshallah – spätestens gibt ’s die rückmeldung, lieber lutz.

  2. Das Reschi sagt:

    Ohje, hoffentlich geht’s auch gut mit diesem Pillepalle.
    Gustav der Zweite Adolf hat uns das schon damals präsentiert mit seiner Vasa:
    Das mächtigste Kiregsschiff von allen bauen (schon während dem Bau wurde er in der Größe übertroffen)
    Dann baut man halt noch überall Kanonen hin, wo’s noch Platz gibt und sieht sich dann verwundert an wie das Schiff sinkt.

    Klar kann man mit dem Fortschritt heute solche Sachen sorgfälltig geplant riesig bauen, aber wo bleibt die Notwendigkeit dafür ein Hochhaus von 1000m Höhe zu haben ??