Der Ybersinn wird 26,7!

Autoren haben es so an sich, dass sie sich selbst ganz furchtbar wichtig nehmen. Ist ja auch irgendwie verständlich. Man muss Prioritäten setzen im Leben. Darauf kommt es schließlich an. Ich bin da komplett anders. Ich rede nie yber mich selbst. Warum auch? Ist völlig uninteressant. Meine Romane dagegen, die sind interessant. Finde ich. Ein Endlosthema. Ich könnte die ganze Welt pausenlos mit meinen Ideen beballern. Wie bitte? Du möchtest yber was anderes reden? Unverschämtheit! Was bildest Du Dir ein? Na gut, ich hätte da zur Not noch ein anderes Thema …

Der Ybersinn wird 25,7!

Es gibt nämlich etwas zu feiern. Mir ist gerade danach. Heute haben wir den 1.11.2013, und am 10.9.2011 ging der Ybersinn auf Sendung. Das ist genau 25,7 Monate her! Hey, das muss man sich mal vorstellen! Zur Feier des Tages machen wir der Öffentlichkeit daher heute sogar mal wieder ein Y fyr ein Ü vor, wie in den guten alten Zeiten, als diese Seite noch von einem Autorenkollektiv beschickt wurde.

25,7 Monate! Wer hätte das gedacht, damals, an jenem Tag, als wir die Gläser erhoben und Pläne schmiedeten, den Ybersinn zur weltweit fyhrenden Orakel-Seite zu machen — was natyrlich satirisch gemeint war. Wer sich in die Fryhzeit des Ybersinns begibt — Du musst nur fleißig auf den Link „Ältere Beiträge“ am unteren Rand des Blubberkastens klicken –, der wird einen Haufen lustigen Kram aus dieser Zeit finden. Insofern war der Ybersinn immer als ein Autorenblog konzipiert. Das ist er heute mehr denn je, wenn auch zurzeit leider ohne Orakel. Aber das könnte sich wieder ändern. Zurzeit ist es so, dass ich den Ybersinn nutze, um yber meine Werke zu schreiben. Was wiederum eigentlich eine komische Idee ist, denn in meiner Zeit als Germanistik-Student habe ich eine ziemlich starke Aversion gegen Sekundärliteratur entwickelt — und nun verfasse ich selbst große Mengen davon.

Alte Zeiten. Das ist nicht interessant. Heute zählen Klicks, Klicks, Klicks. Ich dachte mir, dass wir das 25,7te Ybersinn-Monatsjubiläum ganz zeitgemäß begehen könnten, indem wir mal schauen, welche Ybersinn-Beiträge — in Blogosphären-Sprache heißen die „Threads“ — im Monat Oktober am häufigsten geklickt wurden. Das ist auch deswegen eine wunderbare Idee, weil sie in die dunkle Vergangenheit dieser Webseite zuryckfyhrt.

Also, erst einmal: Im Oktober hatte der Ybersinn 734 verschiedene Besucher. Das klingt viel, ist es aber nicht. Es gibt da draußen immer noch 99,999999999999 Prozent Menschheit, die noch nie etwas vom Ybersinn gehört haben. Das muss sich natyrlich ändern, aber ybergangsweise macht das nichts, denn zugleich hat der Ybersinn eine Reihe sehr treuer Besucher, die sich bis zu zwanzigmal pro Besuch durch die Seite und ihre vielen, vielen Geschichten klicken und dabei offensichtlich Spaß haben, so wie es immer gedacht war, denn sie bringen viel Zeit mit.

Die Ybersinn Hot Ten

Und hier kommen unsere „Hot Ten“ — die zehn meistgeklickten Seiten des Ybersinns im Monat Oktober.

Platz 10: „Sirtaki“ — ein Text meines Kollegen Thomas Stillbauer vom 15. November 2011, der das Trauma „Euro-Krise“ auf den Punkt bringt: „Wann ist ein Grieche ein Grieche?“ Immer noch aktuell!

Platz 9:Terroristen-Bashing mit Frederick Forsyth„. Yberhaupt nicht lustig, sondern meine Rezension des neuen Forsyth-Romans „Die Todesliste“. Kurz gefasst: Geh lieber schön essen.

Platz 8: „‚White House Down‘: Grobmotorische Ironie„. Roland Emmerich ist eben immer gut fyr Klicks. Meine Besprechung seines Films hat offenbar hier und da interessiert. Widerworte gab es nicht.

Platz 7: „Auf in die nächste Runde„. Hybsche Fotos, Urlaubsimpressionen. Ich war einmal wieder an jenem Strand, der dereinst legendär werden wird, weil dort sowohl der Ybersinn als auch „Der Osiris-Punkt“ und jetzt große Teile von „Virenkrieg — Erstes Buch“ entstanden sind.

Platz 6: „Fuß, Fyße, Kilofuß„. Die Probleme, mit denen man als Autor zu kämpfen hat, wenn man es mit ryckständigen Systemen zu tun hat, fanden ihre Leser_innen_schaft. Dennoch hat mir bisher niemand eine Lösung der dort aufgegebenen Textaufgabe geschickt.

Platz 5: „Ein kleines Erfolgserlebnis„. Ach, das ryhrt mich sehr, dass da wohl doch ein paar Leute teilhaben wollten an dem Gefyhl, das einen Autor durchströmt, wenn er das erste — und einzige — Mal sein Baby in Händen hält …

Platz 4: „Leserbriefe vom 12. Februar 2012„. Es ist ein bisschen merkwyrdig, das sei zugegeben. Trotzdem — dieser Thread war im Oktober 2013 am viertmeisten geklickt. Und wenn man mal ein bisschen da reinliest, versteht man auch, warum. Der Ybersinn hat nämlich ziemlich intelligente Leserinnen und Leser, die sich unter anderem kompetent zum Higgs-Boson äußern können. Der Umzug des CERN von Genf nach Offenbach ist ybrigens bisher nicht in die Wege gekommen.

Platz 3: „Ybersinn occupyrt„. Wenn man mit Tieren zusammenlebt, kann es schon mal passieren, dass die einem auch ins Netz schlypfen. Es waren heiße Tage damals, als Occupy Frankfurt lahmlegte, und der Ybersinn war mittenmang dabei.

Platz 2: „Und wieder einmal Cover gesucht„. Was Isabella V. Galanty fyr mich getan hat, ist aller Klick-Ehren wert. Großartig!, skandieren wir, auch: Weiter so! Die Entscheidung fyr ein Cover ist ybrigens immer noch nicht gefallen.

Platz 1: „Orakelspruch: Papandreou gewinnt Vertrauensabstimmung„. Damals hat das Ybersinn-Orakelfisch-Duo, bestehend aus den Orakelfischen Cindy & Gert, einen europapolitischen Pflock eingerammt. Die Euro-Krise war auf ihrem Höhepunkt, der griechische Premierminister setzte alles auf eine Karte — und hätte es doch nicht tun myssen, denn kaum hatten wir auf dem Ybersinn die Weissagung der Orakelfische veröffentlicht, wie das griechische Parlament abstimmen wyrde, als sich die Finanzmärkte auch schon zu beruhigen begannen. Paranoid genug dafyr waren sie allemal. Dies war ein Moment, in dem der Ybersinn Weltgeschichte geschrieben hat. Schade nur, dass dies der einzige Spruch des Orakels ist, der Eingang in die aktuellen Ybersinn Top Ten gefunden hat.